Ermittlungen

Elf Anzeigen wegen Sex-Vorfällen im Schwimmbad

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Die Anzahl der sexuellen Straftaten in Berliner Hallen- und Freibädern ist in den vergangenen sechs Jahren deutlich zurückgegangen. Waren es im Jahr 2007 noch 19 Vorfälle, die in Berliner Bädern zur Anzeige gebracht wurden, sind es im Jahr 2012 nur noch elf Fälle gewesen. Das ist das Ergebnis einer Kleinen Anfrage des CDU-Abgeordneten Alexander J. Herrmann (CDU) an die Senatsverwaltung für Inneres und Sport.

Demnach kam es in den vergangenen Jahren zu Übergriffen in den Bezirken Mitte, Charlottenburg-Wilmersdorf, Pankow, Neukölln, Tempelhof-Schöneberg und Friedrichshain-Kreuzberg. Davon betroffen waren unter anderem die Kombibäder in Mariendorf, das Sommerbad Wilmersdorf und das Sommerbad Pankow. Allein in Wilmersdorf wurden im Jahr 2012 drei Fälle gemeldet, in Schöneberg vier Fälle, in Steglitz-Zehlendorf und Neukölln je einer und in Pankow zwei Fälle. Sexualdelikte, die sich „zum Nachteil von Jugendlichen“ auswirkten, hat es im vergangenen Jahr in fünf Fällen in Berlin gegeben, davon zwei in Pankow. Am Ende der Antwort auf die Anfrage steht der Satz, dass „aus polizeilicher Sicht die Schutzmaßnahmen ausreichend“ seien.

Die Berliner Bäderbetriebe (BBB), die jeden Fall nach eigenen Angaben ernst nehmen, verweisen aber auch darauf, dass 6,2 Millionen Badegäste im Jahr die Berliner Schwimmbäder besuchen. Matthias Oloew, Sprecher der BBB, hat in den vergangenen Jahren häufig mit dieser Statistik zu tun gehabt und sagt, dass die Zahlen nur wenig Aussagekraft haben. „Es werden nur Fälle aufgezählt, die zu einer Anzeige führen“, sagt er, „und selbst davon ist mir kein Fall bekannt, der wirklich von Polizei und Staatsanwaltschaft verfolgt wurde.“

Die Berliner Bäderbetriebe bereiten ihre Mitarbeiter bei jährlichen Fortbildungsmaßnahmen auf das Erkennen solcher Situationen vor, und sie führen das Präventiv-Projekt „Berliner Jungs“ durch, wo speziell Jungen als Zielgruppe geschult werden. Zudem führen die BBB selbst eine Statistik, in der sie Vorkommnisse registrieren, von denen sexuelle Belästigungen aber nur einen kleinen Teil ausmachen.

( sök )