Stadtplanung

Architektenkammer schaltet sich in Streit um Berlins Mitte ein

Die Präsidentin der Architektenkammer Berlin, Christine Edmaier, hat sich in einem persönlichen Brief an den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) gewandt.

Die Präsidentin habe ihre Besorgnis über die Zukunft der Berliner Mitte zum Ausdruck bringen wollen, begründete der Sprecher der Architektenkammer, Florian Mikolajczyk, den ungewöhnlichen Schritt.

In dem Scheiben, so Mikolajczyk, bitte die Präsidentin den Regierenden Bürgermeister, dafür Sorge zu tragen, dass die Zukunft dieses wichtigen Stadtraumes vom Alexanderplatz bis zum Marx-Engels-Forum weiterhin „in einem offenen und sachlich fundierten Dialog unter der Führung der zuständigen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung diskutiert“ werde. Hintergrund: In der vergangenen Woche hatte der SPD-Landesvorsitzende Jan Stöß, wie in der Berliner Morgenpost berichtet, auf einer Veranstaltung erneut dafür geworben, die Grünanlagen rund um den Fernsehturm zu bebauen. Durch den wiederholten Vorstoß des Parteivorsitzenden werde offenbar, dass bei den Planungen für die historische Mitte „zunehmend anstatt sachlicher Diskussion persönliche Positionen in den Vordergrund treten“. Selbst innerhalb der SPD ist das Vorgehen von Stöß umstritten. Nicht wenige sehen darin einen unfreundlichen Akt gegenüber Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD).