Stadtplanung

Anwohner kritisieren Neubaupläne am Lietzensee

Für das Grundstück Dernburgstraße 58 nahe dem Lietzensee gibt es Baupläne.

Die Primus Immobilien AG will dort ein Wohnhaus mit 26 Eigentumswohnungen errichten. „Drachenburg“ nennt sie ihr Projekt in Anlehnung an die in den 20er-Jahren erbaute Wohnanlage, in der ehemals ledige Reichspost- und Telegrafenbeamtinnen wohnten und die „Die Drachenburg“ genannt wurde.

Dieses ursprünglich dreiteilige Gebäudeensemble wurde im Zweiten Weltkrieg beschädigt, sodass es heute nur noch aus zwei Teilen besteht. In der Nachbarschaft regt sich Widerstand gegen das Vorhaben. „Der Neubau wird statt fünf Vollgeschossen sechs Geschosse und ein Staffelgeschoss haben. Zulässig wäre an dieser Stelle nur ein Drittel der geplanten Fläche“, kritisiert Anwohner Georg-Peter Mügge. Außerdem müsse der Neubau genauso wie die verbliebenen beiden Drachenburg-Gebäude von der Grenze des Bürohauses zurückweichen.

Stadtentwicklungsstadtrat Marc Schulte (SPD) sieht jedoch keine Möglichkeit, die Baugenehmigung aus Denkmalschutzgründen zu versagen. Nur wenn das Areal öffentlich begehbar sei, könnte man über die Denkmalfrage nachdenken. Das Grundstück habe aber keinen öffentlichen Weg, und die alte Drachenburg sei in ihrem Denkmalwert auch von der Herbartstraße zu erleben. Baurechtlich spreche nichts dagegen, dass der Neubau links bis ans Nachbargebäude errichtet werde. „Wir sehen denkmalrechtlich keine Möglichkeit, dort eine Abstandsfläche zu erzwingen“, so Schulte. Rechts, auf der Seite des Gebäudes der ehemaligen Oberpostdirektion, müsse ein Abstand eingehalten werden. Nur wenn der Eigentümer des ehemaligen Verwaltungsgebäudes zustimme, dass der Neubau direkt angrenze, könne die Behörde diesen Wunsch genehmigen.