Nahverkehr

Gleiserneuerung an der S-Bahn-Linie 1 kommt gut voran

16.700 Schwellen, 12.400 Tonnen Schotter, zehn Kilometer Schienen und Stromschienen.

So viel Material ist notwendig, um die Gleise der S-Bahn-Strecke zwischen Schönholz und Frohnau rundum zu erneuern. Und ein großer Teil des Materials ist bereits verbaut: Die Bauarbeiten zwischen Schönholz und Wittenau können in der kommenden Woche abgeschlossen werden, wie die Bahn jetzt mitteilte. Bis 5. August sollen dann noch die Weichen in Waidmannslust und die Gleise zwischen Wittenau und Waidmanslust ausgewechselt werden.

Die Sanierung des insgesamt 8,3 Kilometer langen Abschnitts hatte am 21. Juni begonnen und soll bis 14. Oktober dauern. Seitdem fahren die Bahnen zwischen Potsdam Hauptbahnhof und Oranienburg nicht mehr ihren gewohnten Weg. Ab Bornholmer Straße werden die Züge über Pankow, Blankenburg und Schönfließ umgeleitet. Die Stationen im Bereich der Baustelle werden trotzdem angefahren. Zwischen Schönholz und Birkenwerder verkehren weiter Züge der S1 im 20-Minuten-Takt. Die stark genutzte Strecke war noch vor dem Mauerfall, im Jahr 1987, nach zeitweiliger Stilllegung der S-Bahn wieder in Betrieb genommen worden. Nach 26 Jahren müssen jedoch die verschlissenen Gleise, Weichen und Stromschienen erneuert werden.

Steigt man in Waidmannslust aus der Bahn, sieht man sie sofort, die neuen Betonschwellen. Glatt und weiß sehen sie aus, wie sie neben ihren alten Vorgängern aus Holz im grauen Schotter liegen. Stück für Stück müssen die alten Schienen aus dem Gleisbett gehoben, Verschweißungen gebrochen und alte Schrauben gelöst werden. „Seit Beginn der Arbeiten haben wir bereits sechs Kilometer Gleise und Stromschienen erneuert“, sagt Peter Beier von der DB ProjektBau GmbH, der für die Baustelle zuständig ist. „Jeden Tag schaffen wir bis zu 800 Meter.“ Der Austausch alter Schwellen und Schienen ist allerdings nur ein Teil der Baumaßnahmen. Der Schotter muss gereinigt oder komplett ausgetauscht werden. Im Lauf der Jahre verklumpt er und kann so die Last der Züge nicht mehr abfedern. Der Konzernbevollmächtigte der Bahn für Berlin, Ingulf Leuschel, ist trotz der komplexen Arbeiten optimistisch: „Wir liegen sehr gut im Zeitplan.“

Im kommenden Jahr folgt dann auf dem Abschnitt Schönholz – Frohnau die Erneuerung des Oberbaus. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf rund zehn Millionen Euro. Das Projekt im Berliner Norden ist dennoch das vorerst letzte im Netz. „Sind die Arbeiten hier und die Umbauten in Schöneweide und am Ostkreuz erst einmal abgeschlossen, steht die Infrastruktur der Berliner S-Bahn vorbildlich da“, sagt Leuschel.