Urteil

1.-Mai-Randalierer zu Freizeitarbeit verurteilt

21-Jähriger warf eine Flasche auf einen Polizeibeamten

Nach einem Flaschenwurf gegen einen Polizisten am 1. Mai 2013 muss ein 21-jähriger Berliner 120 Stunden Freizeitarbeit leisten. Dean K., der zur Tatzeit noch Heranwachsender war, gestand am Mittwoch vor einem Moabiter Schöffengericht, dass er sich von der aufgeheizten Stimmung habe mitreißen lassen. „Ich schäme mich, es war eine Dummheit“, erklärte der Arbeitslose.

Die Flasche traf einen uniformierten Beamten, der etwa acht Meter entfernt stand. Verletzungen konnten bei dem Polizisten aber nicht festgestellt werden. Dean K. wurde daher wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Das Gericht betonte aber die möglichen Gefahren von Würfen mit Glasflaschen gegen Menschengruppen.

Die Richterin ging von erheblichen Reifeverzögerungen des zur Tatzeit 20-Jährigen aus. Er lebt noch bei seinem Vater und hat bisherige Ausbildungen abgebrochen. Am 1. Mai hatte er mit Freunden zu Hause Alkohol getrunken und war dann zum „Myfest“ nach Kreuzberg gezogen. Bei seiner Festnahme an der Adalbertstraße wurde er nach eigenen Angaben von einem Polizisten geschlagen. Es werde wegen Körperverletzung im Amt ermittelt, kündigte die Anklägerin an.

Die diesjährigen Maifeiertage waren insgesamt weit friedlicher als in den Vorjahren verlaufen. 54 Beamten wurden verletzt. 2012 waren es 124. Nach Angaben eines Gerichtssprechers liegen derzeit zehn Anklagen vor.

Der 1.Mai in Kreuzberg ist geprägt durch die von linken und linksextremen Gruppen organisierten Straßenfeste und Demonstrationen am Tag der Arbeit. Begonnen hatte das am 1. Mai 1987, als in Kreuzberg bis dahin nicht erlebte schwere Unruhen ausbrachen und sich die Berliner Polizei für mehrere Stunden vollständig aus SO 36, dem östlichen Teil Kreuzbergs, zurückziehen musste. Seitdem führen Autonome und Antifa-Gruppen fast jedes Jahr eine oder mehrere sogenannte Revolutionäre 1.-Mai-Demonstrationen durch.