Vogelschutz

Friedrichshagener Bürgerinitiative adoptiert jungen Seeadler

Patin zahlt 500 Euro. Bürger zur Namenssuche aufgefordert

52 Jahre ist sie alt und zuständig für die Umweltthemen in der Friedrichshagener Bürgerinitiative (FBI). Mehr möchte die edle Spenderin von 500 Euro nicht über sich verraten, schon gar nicht ihren Namen. Das Geld geht an den Nabu Berlin und dort speziell an die Wildvogelstation. Gedacht ist es – ausgerechnet – für die Namensrechte an einem Seeadler. Genauer gesagt: dem ersten Seeadler-Jungvogel, den Berlin seit 2008 wieder vorzuweisen hat.

Das Tier lebt mit seinen Eltern im Köpenicker Forst. Rund um den Müggelsee seien die drei aktiv, heißt es durchaus verschmitzt bei der FBI. Denn das ist das Aktionsgebiet der etwa 100 Aktivisten, die sich vor wenigen Jahren zusammentaten, als klar wurde, dass es eine Flugroute über den Müggelsee geben könnte. „Wir mögen Vögel, aber keine Flugzeuge über unseren Köpfen“, sagte Sigrid Strachwitz aus dem Sprecherrat der Friedrichshagener Bürgerinitiative. Ihre Idee für einen Namen heißt Awacs, die Abkürzung für ein militärisches Aufklärungssystem. Andere Vorschläge der Aktivisten lauten: Argus, Fritz, König Friedrich Adlerauge, Juno und Friedensbote in Aktion.

Doch wie der Seeadler heißen wird, ist unklar. Die FBI ruft öffentlich auf, sich an der Namenssuche zu beteiligen. Vorschläge plus Begründung werden bis zum 5. August unter fbi.berlin@googlemail.com entgegengenommen. Klar ist – und genau deswegen verrät die Spenderin auch ihren Namen nicht: Die Aufmerksamkeit für den kleinen Seeadler soll sich auf das Engagement der FBI richten. Sie sammelt derzeit Unterschriften für eine Volksinitiative mit dem Ziel, dass Berlin sich dem Ergebnis des Volksbegehrens in Brandenburg anschließt und Nachtflüge verbietet. Mit dem Nabu arbeitet die FBI schon länger in Umweltthemen zusammen. Dessen Experten aus der Fachgruppe Greifvogelschutz hatten den Seeadler am 21.Mai 2013 beringt. „Der Jungadler trägt die Kennring-Nummer AZ 99. Es handelt sich um einen Aluring, der mittels eines Spektivs unter günstigen Umständen auch abgelesen werden kann“, sagt Nabu-Sprecherin Anja Sorges. Man muss aber Geduld haben und selbst im Köpenicker Forst suchen. Um das Tier nicht zu stören, hält der Nabu den genauen Standort der Seeadler geheim.

Hinzu komme ein zweiter Ring von der Vogelwarte Hiddensee, goldfarben, mit der Nummer AA 010 703. Er ist nur abzulesen, wenn man das Tier direkt untersuchen kann. Das ist in Gefangenschaft möglich – und bei den Vögeln, die zum Aufpäppeln in der Wildvogelstation einquartiert sind. Allein am Dienstag wurden 20 Tiere abgegeben. „Alle Volieren sind besetzt, wir arbeiten an der Kapazitätsgrenze“, sagte Sorges. Dazu gehören die Versorgung der Vögel und die Bürgerberatung per Telefon.