Anti-Gentrifizierung

Linksextreme rufen mit „Berliner Liste“ zu Anschlägen auf

Eine im Internet kursierende „Berliner Liste“ der linksextremen Szene beunruhigt die Polizei.

Unter dem Slogan „MieterInnen stressen zurück“ werden auf der Liste rund 100 Bauprojekte, Investorenadressen und zuständige Ämter aufgeführt, die nach Meinung der Verfasser für eine massive Verdrängung auf dem Berliner Wohnungsmarkt verantwortlich sind. Geworben wird für „kreative Aktionen“ gegen die fortschreitende Gentrifizierung der Berliner Innenstadtviertel, indem beispielsweise Fassaden von Luxusbauten „kreativ umgestaltet werden“, wie es heißt. Wer sich als „Teil der antisozialen Stadtumstrukturierung“ hervortue, komme auf die Liste, heißt es weiter. „Alles und Alle auf dieser Liste müssen mit einem Besuch rechnen.“ Unter dem Stichwort „Sicherheit“ wird eine detaillierte Anleitung mitgeliefert, wie solche Anschläge vorbereitet und durchgeführt werden müssen.

Die Berliner Polizei nimmt die Sache sehr ernst und hat eine Ermittlergruppe eingerichtet. Seit Erscheinen der Liste hat die Polizei 17 Straftaten gegen verschiedene Objekte registriert, die mit der Liste in Zusammenhang gebracht werden. Ermittelt wird gegen die unbekannten Seitenbetreiber wegen öffentlicher Aufforderung zu Straftaten. Zudem sei versucht worden, die Liste im Internet abzuschalten. Das gestaltete sich aber schwierig, weil der Server im Ausland stehe, sagte der Polizeisprecher. Jüngstes Anschlagsziel waren die Choriner Höfe in Mitte.