Beratungen

Arbeitslosenzentrum bietet Hilfe bei Problemen mit dem Jobcenter

Unter dem Titel „Irren ist amtlich“ organisiert das Berliner Arbeitslosenzentrum der evangelischen Kirche (BALZ) mit Unterstützung der Liga der Wohlfahrtsverbände und des Deutschen Gewerkschaftsbundes Berlin-Brandenburg die sechswöchige Beratungstour vor verschiedenen Berliner Jobcentern.

Noch bis zum 9. August bekommen Hilfesuchende im Jobcenter Charlottenburg-Wilmersdorf an der Bundesallee Ecke Hohenzollerndamm kostenfrei rechtliche Beratungen durch ehrenamtlich tätige Anwälte. Freiwillige Helfer klären über Leistungsansprüche im Sozialrechts-Dschungel auf. „Wir wollen die Hemmschwelle für Personen, die Beratung suchen, auf ein Minimum reduzieren“, sagt Frank Steger, Leiter des BALZ. Vor allem Männern sei es oftmals unangenehm, sich an Beratungsstellen zu wenden. Bereits in den ersten drei Wochen haben 470 Personen das Angebot wahrgenommen. Das entspricht 39 Beratungen pro Tag. Dies ist der zweithöchste Wert seit Beginn der jährlichen Jobcenter-Tour im Jahr 2007.

In diesem Jahr steht die Wohnungsnot im Fokus. Viele haben Angst, ihre Wohnungen auf längere Sicht zu verlieren. „Teilweise bekommen die Leute eine Aufforderung, innerhalb von sechs Monaten ihre Mietkosten zu senken. Verhandlungen mit dem Vermieter verlaufen meistens erfolglos“, sagt Diakoniedirektorin Susanne Kahl-Passoth. Der zweite Schwerpunkt liegt auf den Rechten von sogenannten Aufstockern. Darunter fallen Minijobber, Teilzeitbeschäftigte oder Menschen in befristeten Beschäftigungsverhältnissen, deren Einkommen nicht für die Gestaltung des täglichen Lebens genügt. „Oft wissen Aufstocker gar nicht, dass sie die gleichen Rechte haben wie Vollzeitbeschäftigte“, sagt Steger.

Neben dem Bus gibt es feste Beratungsstellen, die von unabhängigen Trägern organisiert werden. Das Verzeichnis: www.beratung-kann-helfen.de.