Gerichtsverhandlung

Prozess um Tod von Jonny K.: Täter sollen sich gebrüstet haben

Im Prozess um die tödliche Attacke gegen den 20-jährigen Jonny K. hat ein Polizist vor der Moabiter Jugendkammer ausgesagt, dass sich Jugendliche in der U-Bahn mit der Tat gebrüstet hätten.

Der Kriminalbeamte hatte einen Zeugen vernommen, der sich zuvor anonym bei den Ermittlern gemeldet hatte. Dieser Zeuge saß in den frühen Morgenstunden des 14. Oktober 2012 in der U-Bahn, als am Bahnhof Alexanderplatz eine Gruppe von fünf jungen Männern zugestiegen sei. Sie hätten über eine Schlägerei gesprochen, so der Zeuge. Einer der fünf Jugendlichen sei von den anderen gelobt worden, weil er sein Opfer besonders brutal attackiert habe. Worte wie „Mann, das hast du gut gemacht“ und „den hast du richtig krass behandelt“ sollen gefallen sein. Der Zeuge konnte die Jugendlichen aber nicht genau beschreiben. Ob die Gruppe der jungen Leute tatsächlich die Angeklagten waren, ist deshalb nicht sicher.

Ein anderer Zeuge hatte dem Kriminalbeamten erzählt, dass ihm schon im Klub „Cancun“ einer der mutmaßlichen Täter wegen seines aggressiven Verhaltens aufgefallen sei. Den Beschreibungen zufolge handelte es sich dabei vermutlich um den Angeklagten Onur U., der vor Gericht zugegeben hatte, die Prügelei auf dem Alexanderplatz mit seinem provokanten Verhalten ausgelöst zu haben. Der Prozess wird am nächsten Montag fortgesetzt.