Flüchtlingsheim

Hellersdorf zieht Konsequenzen

Nach den fremdenfeindlichen Attacken bei einer Anwohnerversammlung in Hellersdorf sollen die Nachbarn des geplanten Asylbewerberheims künftig persönlich eingeladen werden.

Zudem werden in den dann nicht mehr öffentlichen Veranstaltungen nur noch kleine Gruppen mit 50 bis 100 Menschen informiert. Der Bezirksbürgermeister von Marzahn-Hellersdorf, Stefan Komoß (SPD), will mit den Treffen in zwei Wochen beginnen und hofft, so die Störungen von Rechtsextremen zu verhindern. Die mobile Beratungsstelle gegen Rechtsextremismus stellte unterdessen fest, dass die 70 Störer aus der rechten Szene aus ganz Berlin und Brandenburg nach Hellersdorf angereist waren, um das Informationstreffen zum geplanten Asylbewerberheim an der Carola-Neher-Straße für rechtsextreme Stimmungsmache zu nutzen und Ängste zu schüren.

Franz Allert, Präsident des Landesamtes für Gesundheit und Soziales, betonte am Donnerstag, er habe sich im Nachhinein vor allem über die vielen Hilfsangebote gefreut, mit denen sich besonders auch junge Leute von dem plumpen Fremdenhass, der dort an den Tag gelegt worden sei, distanzieren. Im Umfeld der Einrichtung gebe es keine Fremdenfeindlichkeit. Flüchtlinge müssten keine Angst haben, dort zu wohnen. „Für mich sind die Flüchtlinge Opfer solcher Agitation, aber auch die Anwohner, die mit ihrem Informationsbedürfnis zu kurz kommen“, sagte er. Allert will dazu beitragen, dass alle Hilfsangebote aus der Nachbarschaft bei den Heimbetreuern koordiniert werden. Das Heim will Mitte des Monats die ersten Flüchtlinge aufnehmen.