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Wie ein kleiner Verein für den Erhalt von Tegel kämpft

Im Internet werden die rund 20 Mitglieder bereits beschimpft

Eberhard Strauch weiß, dass er sich mit seinem Verein „Tegel bleibt offen“ einige Gegner macht. Doch ihm geht es um die Sache. Und da fühlt er sich im Recht. „Es macht für mich einfach keinen Sinn, einen funktionierenden Flughafen wie Tegel zu schließen“, sagt Eberhard Strauch. „Dieser Meinung sind außerdem noch ganz viele andere Berliner.“

Bislang ist die Zahl der Vereinsmitglieder allerdings überschaubar. 20 Mitglieder kommen regelmäßig zusammen. Unter ihnen sind Juristen, Kaufleute und Steuerberater. Einige sollen sogar bei der Flughafengesellschaft selbst angestellt sein oder bei den Airlines. Sie treffen sich jeden Donnerstag in einem anderen Lokal. „Die Anhänger von Tegel wohnen ja auch überall in der Stadt“, sagt Eberhard Strauch. „Wir versuchen uns daher immer woanders zu treffen, damit es jeder mal nicht so weit hat.“ Diese Woche sind sie in Erkner, kommende Woche in einem Lokal in der Nähe des U-Bahnhofs Onkel Toms Hütte. Angeblich soll es sogar Mitglieder geben, die in der Einflugschneise von Tegel leben.

Eberhard Strauch selbst wohnt in Zehlendorf. Der 63-Jährige besitzt eine Druckerei. Die Idee für den Verein hatte Strauch, als er im Internet auf eine Fangemeinde des Flughafens Tegel stieß. Im Mai tat er sich mit einigen anderen Fans des innerstädtischen Flughafens zusammen. Sie befinden sich noch immer in der Gründungsphase. Aber das soll sich so schnell wie möglich ändern. Dann hofft Eberhard Strauch auch auf mehr Mitglieder. An immerhin 35 E-Mail-Adressen schickt er regelmäßig Nachrichten über sein Projekt. Auf der Website www.tegel-bleibt-offen.de erklärt er, was ihn dabei antreibt.

Natürlich ist es eine verschwindend geringe Mitglieder-Zahl im Vergleich zu denen, die regelmäßig für eine Schließung von Tegel eintreten. Aber das beeindruckt die Gruppe von Tegel-Fans nicht. Vergangenen Sonnabend trafen sich 17 von ihnen am Flughafen. Dort verteilten sie Aufkleber und Flugblätter, um für ihre Sache zu werben. Angefeindet wurden sie dabei offenbar nicht. „Im Gegenteil, es war ein großer Erfolg“, sagt Strauch. Im Internet muss er sich dagegen immer wieder Beschimpfungen anhören. Da bekommt er wütende E-Mails von Menschen, die Tegel so schnell wie möglich geschlossen sehen wollen.

Eberhard Strauch geht mit der Kritik gelassen um. Er glaubt, dass sich die Dinge zu seinen Gunsten entwickeln. Denn ein neuer Starttermin für den Großflughafen BER ist nicht einmal ansatzweise in Sicht. Und schon längst wird über „Tegel 2019“ spekuliert.