Gesundheit

Schuldunfähig: Messerstecher kommt in die Psychiatrie

Ein 25-Jähriger, der am 24. Oktober 2012 einen zwei Jahre jüngeren Mann mit einem Messer lebensgefährlich verletzte, kommt in die geschlossene Psychiatrie, den sogenannten Maßregelvollzug.

Piotr C. leide an einer Geisteskrankheit und sei schuldunfähig, hieß es in der Begründung des Vorsitzenden Richters. Die Kammer stütze sich dabei auch auf ein forensisch-psychiatrisches Gutachten.

Der Malergehilfe war in die Wohnung seines späteren Opfers im Ortsteil Mariendorf eingedrungen und hatte sofort auf den 23-Jährigen eingestochen. Er traf sein Opfer in der Bauchgegend, an Armen, Beinen und im Unterleib. Hintergrund der Tat war ein Drogengeschäft, bei dem Piotr C. im Sommer 2008 von seinem Opfer hereingelegt worden sei, sagte der Richter. Piotr C. habe dem mutmaßlichen Dealer damals 4000 Euro gezahlt, aber keine Drogen erhalten.

Die Staatsanwaltschaft war in der Anklage noch von versuchtem Mord ausgegangen. Nach der Beweisaufnahme wurde der Messerangriff jedoch als versuchter Totschlag gewertet.

Bei zwei weiteren Vorwürfen gegen Piotr C. ging es um gefährliche Körperverletzung. Er hatte einen Arbeitskollegen geschlagen, weil er glaubte, der Mann habe seinen Kaffee vergiftet. Am selben Tag rammte er, wieder in einem Anfall von Verfolgungswahn, einem Bekannten ein Messer ins Gesäß.