Bildung

Mehr Schüler bestehen den Mittleren Schulabschluss

Ergebnisse der Mathematik-Prüfungen für Zehntklässler fallen deutlich besser aus als in den Vorjahren

Der Abwärtstrend bei den Ergebnissen des Mittleren Schulabschlusses (MSA) ist gestoppt. In diesem Jahr konnte die Erfolgsquote in Mathematik im Vergleich zum Vorjahr um fast zehn Prozentpunkte gesteigert werden. Insgesamt 81 Prozent schafften es, mindestens die Note Vier zu erreichen, 2012 waren es über alle Schulformen verteilt nur 72 Prozent. In den vergangenen Jahren scheiterten immer mehr Zehntklässler an Mathematik-Prüfungen. An den Realschulen fiel im letzten Jahr sogar die Hälfte aller Schüler durch. Mit den Ergebnissen in diesem Jahr ist dagegen das Niveau von 2009 wieder erreicht.

„Die gemeinsamen Anstrengungen aller Beteiligten zur Verbesserung der Mathematik-Kompetenzen haben gefruchtet“, sagt Ilja Koschembar, Sprecher von Bildungssenatorin Sandra Scheeres(SPD). Nach dem dramatischen Leistungsabfall im vergangenen Jahr hatte die Senatorin angekündigt, an Schulen, die besonders schlecht abschneiden, Fach-Coaches für Lehrer in den betroffenen Fächern einzusetzen. Gewerkschaftsvertreter hatten zunächst ablehnend reagiert auf die angekündigte Nachhilfe für Lehrer. Die Ankündigung scheint ihre positive Wirkung nicht verfehlt zu haben. Zudem gab es mehrere Fachbriefe von der Verwaltung mit konkreten Hinweisen für die Mathe-Lehrer zur Prüfungsvorbereitung.

Insgesamt haben sich die Leistungen an allen Schulformen verbessert. Bestanden haben den MSA 91Prozent aller Schüler, die zur Teilnahme an den Prüfungen verpflichtet waren. Schüler, die keine Erfolg versprechende Prognose hatten, den Abschluss zu schaffen, konnten freiwillig an den Prüfungen teilnehmen. Die wenigsten Probleme mit dem MSA haben erwartungsgemäß die Gymnasiasten. Hier haben 97 Prozent der Schüler den Abschluss bestanden. Dieses gute Abschneiden verzerrt das Gesamtbild, denn betrachtet man die Schulformen, für die der Abschluss tatsächlich als Abgangszeugnis relevant ist, fällt die Bilanz weniger gut aus. An den Realschulen haben 16 Prozent der Schüler den angestrebten Abschluss nicht geschafft. An den auslaufenden Hauptschulen sind 40Prozent der Schüler, die zur Teilnahme an den Prüfungen verpflichtet waren, gescheitert. Im vergangenen Jahr waren es jedoch noch 51 Prozent.

Viele Schüler konnten ihren Abschluss noch durch eine mündliche Zusatzprüfung retten, wenn sie in der Prüfung durchgefallen waren. In den schriftlichen Fächern hat etwa die Hälfte derjenigen, die eine Nachprüfung gemacht haben, den Abschluss dadurch noch bestanden.

Die wenigsten Probleme hatten die Schüler mit der Präsentationsprüfung, bei der im Team ein Vortrag zu einem selbst gewählten Thema gehalten werden muss. Nur zwei Prozent der Teilnehmer sind bei der Präsentation durchgefallen. Auch in den Englisch-Prüfungen, die aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil bestehen, haben – ähnlich wie in den vergangenen Jahren – rund 95Prozent mindestens ein „ausreichend“ geschafft. Im Fach Deutsch haben rund 92 Prozent der Schüler bestanden, zwei Prozent mehr als in den vergangenen Jahren.

In diesem Jahr hat der letzte, nun zu Ende gehende Jahrgang der alten Bildungsgänge den Abschluss absolviert. Auch die Hauptschulabschlüsse wurden zum letzten Mal vergeben. Im kommenden Schuljahr werden erstmals die Schüler den Abschluss machen, die nach der Schulreform an den Integrierten Sekundarschulen unterrichtet wurden. Dann wird sich zeigen, ob die Schulreform die Erfolgschancen der Schüler verbessert. Der Hauptschulabschluss wird dann ersetzt durch die sogenannte Berufsbildungsreife.