Berufung

Martin Dutzmann ist Bevollmächtigter der EKD

57 Jahre alter Theologe ist im Nebenamt Militärbischof

Martin Dutzmann, Leitender Geistlicher der Lippischen Landeskirche und im Nebenamt evangelischer Militärbischof, wird neuer Bevollmächtigter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union. Der Rat der EKD berief den 57-jährigen Theologen zum Vertreter gesamtkirchlicher Anliegen bei Regierung, Parlament und den EU-Institutionen, wie die EKD am Montag in Hannover mitteilte. Dutzmann wird seine neue Aufgabe in Berlin zum 1. Oktober übernehmen und zugleich seinen Posten in der Landeskirche sowie die kirchliche Leitung der evangelischen Seelsorge in der Bundeswehr abgeben.

„Wir freuen uns sehr, mit Martin Dutzmann einen erfahrenen Seelsorger und leitenden Geistlichen unserer Kirche in das Amt des Bevollmächtigten berufen zu können“, sagte der EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider. Der in Essen aufgewachsene Dutzmann steht seit 2005 an der Spitze der lippischen Kirche, die mit 175.000 Mitgliedern eine der kleinsten unter den 20 evangelischen Landeskirchen ist.

Nach dem Theologiestudium in Marburg, Straßburg und Bonn war Dutzmann Pfarrer in Remscheid in der Evangelischen Kirche im Rheinland. Von 1995 bis zu seinem Wechsel in die Lippische Landeskirche war der promovierte Theologe Superintendent des Kirchenkreises Lennep. Seit 2008 ist Dutzmann im Nebenamt evangelischer Militärbischof mit Sitz in Berlin.

Er wird Nachfolger von Bernhard Felmberg, der wegen seiner Lebensführung in die Kritik geraten war. Anfang Juni wurde der 47-jährige Kirchenmann „in gegenseitigem Einvernehmen“ in den Wartestand versetzt. Seither liegt der Leitung der kirchlichen Verbindungsstelle bei dem Juristen Stephan Iro. Felmberg war seit 2009 Repräsentant der EKD in Berlin und Brüssel.

Das Amt des Bevollmächtigten des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland gibt es seit Ende November 1949. Ein wesentliches Motiv für die Einrichtung der kirchliche Verbindungsstelle zunächst in Bonn und ab 1999 in Berlin ist die Sicherstellung regelmäßiger Kontakte zu den bundesdeutschen Verfassungsorganen.Im pastoralen Dienst wirkt er als Seelsorger der evangelischen Christen in Parlament und Regierung sowie in den Bundesdienststellen. Andachten im Reichtagsgebäude, Gebetsfrühstücke und abendliche Gesprächskreise gehören ebenso zu den Angeboten wie Gottesdienste zu besonderen politischen Anlässen, wie beispielsweise der Konstituierung des Bundestages und zu Gedenktagen. Der Bevollmächtigte unterrichtet die politischen Instanzen über kirchliche Positionen und gesamtkirchliche Anliegen.