Bufdis

Nur wenige Berliner melden sich für den Freiwilligendienst

Fast zwei Jahre nach seinem Start ist der neue Zivildienst – der Bundesfreiwilligendienst – in Berlin weniger gefragt als in anderen Ländern.

Nur 1270 von bundesweit 36.054 Freiwilligen arbeiteten im Mai in der Hauptstadt, wie aus einer Statistik des Bundesamts für Familie hervorgeht. Das sind gerade einmal 3,5 Prozent. Setzt man die Freiwilligen ins Verhältnis zur Einwohnerzahl, liegt Berlin auf Platz 12 der 16 Bundesländer. Nur im Saarland, in Rheinland-Pfalz, Hessen und Bayern ist der Freiwilligendienst noch weniger beliebt.

Mit 566 Freiwilligen ist in Berlin fast die Hälfte der sogenannten Bufdis jünger als 27 Jahre. Auch bundesweit stellen diese Jahrgänge mit mehr als 20.000 von insgesamt 36.054 Freiwilligen die größte Gruppe. Es gibt aber auch wesentlich ältere Berliner, die sich für den Dienst melden. Immerhin 49 Engagierte sind bereits im Rentenalter. Während sich bei den unter 50-Jährigen mehrheitlich Frauen für den Freiwilligendienst melden, sind in den Altersgruppen 50 und älter die Männer in der Überzahl.

Der Bundesfreiwilligendienst hat nach dem Aussetzen der Wehrpflicht vor zwei Jahren zum 1. Juli 2011 den Zivildienst ersetzt. Er dauert sechs bis 24 Monate, in der Regel aber ein Jahr. Männer und Frauen ab 16 Jahren können in Krankenhäusern oder Behindertenheimen eingesetzt werden, aber auch in Bildung, Kultur oder Sport. Erwachsene über 27 Jahren dürfen alle fünf Jahre einen Bundesfreiwilligendienst absolvieren.