Flughafen

Tegel zu und alle Fragen offen

Flughafenchef Hartmut Mehdorn bestreitet Pläne für einen dauerhaften Betrieb des Airports

Beim neuen Hauptstadtflughafen BER fällt es zugegebenermaßen schwer, den Überblick zu behalten. Seit Hartmut Mehdorn Chef der Flughafengesellschaft ist, dreht sich das Gerüchte-Karussell sogar noch schneller. Daran trägt Mehdorn nur bedingt Schuld. Zwar hat er selbst einen längeren Betrieb von Tegel in die Diskussion eingebracht. Doch sagte er am vergangenen Montag bei einem Vortrag bei der IHK Berlin erneut, dass dies letztlich „eine politische Entscheidung“ sei. In einem Bericht der „Zeit“ vom Donnerstag las sich das dagegen ganz anders. Dort wurde aus einem internen Strategiepapier zitiert, dem zu Folge Mehdorn jetzt schon plant, Tegel bis 2019 als sogenannten Premiumstandort für Geschäftsflieger zu entwickeln. Und da Flughafensprecher Lars Wagner die Existenz eines entsprechenden Papiers auch nicht dementierte, sondern nur auf Mehdorns bereits bekannten Zeitplan verwies, schien einiges für diese besondere Lösung am Flughafen Tegel zu sprechen.

Einen Tag lies sich Mehdorn Zeit, um die Entwicklung zu verfolgen. Freitag Mittag widersprach er dann dem Bericht: „Der Weiterbetrieb von Tegel als sogenanntem Premiumstandort ist nicht geplant. Ein solches Papier, wie die Zeit behauptet, ist mir nicht bekannt.“ Für Mehdorn sind dies lediglich „Mutmaßungen.“ Er bleibt bei seinem Plan, im Herbst die weiteren Schritte zur Eröffnung des BER zu verkünden.

Was bleibt also übrig von dieser Episode? Dass in Bezug auf Tegel eben noch gar nichts entschieden ist. Die Gesellschafter Berlin, Brandenburg und der Bund sind sich angeblich einig, dass ein dauerhafter Weiterbetrieb von Tegel für sie nicht in Frage kommt. Doch auch sie lassen längst prüfen, ob das juristisch vielleicht doch möglich wäre.