Kultur

Drei Tage Jazz und Theater

| Lesedauer: 4 Minuten
Lenita Behncke

Kreuzberger laden ab Freitag mit mehr als 50 Bands zum Bergmannstraßenfest

Die Trommeln lassen die Luft erzittern, der Bass ist durchdringend und tief, Verstärker pumpen Musik durch den ganzen Körper und man bekommt große Lust, ausgelassen zu tanzen, sich vom Beat mitreißen zu lassen. So kann er sich anfühlen, ein Besuch auf dem Bergmannstraßenfest.

Das letzte Juniwochenende wird traditionell in Kreuzberg zwischen der Zossener Straße und dem Mehringdamm gefeiert. Am Freitag um 16 Uhr beginnt die dreitägige Musik- und Kulturveranstaltung, die der Verein Kiez & Kultur ausrichtet. Auf vier Bühnen, die sich über Mehringdamm, Nostitzstraße und Zossener Straße verteilen, treten mehr als 50 Bands auf. Die Rabatz Connection macht einen musikalischen Anfang und bringt ab 16 Uhr afrikanische Rhythmen auf die Bühne am Mehringdamm.

Zwischen den Bühnen stehen Stände mit Essen, Getränken und Souvenirs aus Berlin. Zu kaufen gibt es getrocknete Ananas und auch die typische Berliner Currywurst, Heißhunger auf Süßes lässt sich mit Zuckerwatte stillen. Wer besonders großen Wert auf ein gutes Essen legt, kann am Chamissoplatz im sogenannten „Gourmet-Zelt“ speisen.

Es werden marokkanische Hosen verkauft, luftdurchlässig, locker und bequem, zum Entspannen ideal. Ein paar Stände weiter wird das Lieblingssouvenir vieler Touristen angepriesen: Das „I love Berlin“-Shirt. Während des Festivals werden auch die Hinterhöfe geöffnet – die Gelegenheit, einen Eindruck von der Kreuzberger Arbeits- und Wohnsituation zu erhalten.

Trommeln von Afrika bis Kuba

Nicht nur die Afrikaner und Kubaner können trommeln: Um 18.30 Uhr beweisen japanische Taiko ihre Kompetenz am Mehringdamm. Wem die Percussion-Präsentationen im Groove Zentrum nicht zusagen, der kann in der oberen Nostitzstraße von 16 bis 22 Uhr zu einer ausgeglichen Mischung aus Jazz, Crossover, Rock’n’Roll, Soul und HipHop tanzen oder – mit einem kühlen Getränk in der Hand – sanft mitschwingen.

An Theaterinteressierte ist gedacht, es gibt ein abwechslungsreiches Programm auf der Theaterbühne Nostitzstraße, es beginnt um 16 Uhr ein Programm der „gelben Villa“, ein Kreativ- und Bildungszentrum für Kinder und Jugendliche. Gleichzeitig treten in der Zossener Straße „Ulli & die grauen Zellen“ auf, eine Band um RBB-Reporter Ulli Zelle, die Coversongs zum Besten gibt. Ihnen folgen „Playmobeat“ mit Rhythm Grooves, sowie die „German Trombone Vibration“ mit Swing und Jazz. Wer es eher klassisch mag, kann sich in der Passionskirche Klaviermusik von Michael Leusch anhören, er spielt ab 21 Uhr.

Am Sonnabend geht es ausgelassen weiter. Die Theaterbühne Nostitzstraße bietet ein großes Kinderprogramm. Den Auftakt macht das Kaspertheater Zipfelmütze um 11 Uhr, um 12 Uhr folgt Jan, der Märchenzauberer. Am Nachmittag um 17 Uhr tanzt auf der Theaterbühne die Ballettschule Roth, eine halbe Stunde später folgt die Tanzschule Maxixe. Orientalische Tänze beginnen um 21 Uhr. Die übrigen Bühnen bieten von 11 bis 22 Uhr eine Mischung aus Swing und Soul. Auf der Bühne am Mehringdamm treten am frühen Abend um 18.30 Uhr „EB Davis & The Superband“ mit Blues auf. Währenddessen erklingt auf der Bühne Obere Nostitzstraße um 18.10 Musik aus Burkina Faso. Für das ältere Publikum oder Fans der 40er-Jahre spielen „Sugarpie & The Candymen“ um 20.30 Uhr auf der Bühne Zossener Straße.

Am letzten Tag des Bergmannstraßenfestes, am Sonntag, präsentiert die Jazzschule Berlin ihre Nachwuchsgesangstalente in der oberen Nostitzstraße ab 11 Uhr. Behinderte und nichtbehinderte Musiker bieten Blues, R&B, Swing und Jump&Jive am Mehringdamm, um 18.30 Uhr beginnt eine Salsa Street Party.

Auf der Theaterbühne Nostitzstraße spielt eine Gruppe des Theaters Logo um 12 Uhr „Ach Du dickes Ei!“, um 18 Uhr tritt der Theatersport Berlin auf.

Ein Alternativprogramm bietet die Passionskirche mit Stücken von den Beatles und Bach auf der Orgel, live und unplugged um 20 Uhr.

Viele Gewerbetreibende und Einzelhändler beteiligen sich inzwischen an dem Straßenfest und bauen Verkaufsstände auf, darunter auch der Plattenladen Logo von der Bergmannstraße 10.

Das ganze Programm gibt es im Internet unter kiez-und-kultur.de