Stadtplanung

Die ersten Zentimeter für die neue U-Bahn-Linie sind gebohrt

Die Tunnelbohrmaschine „Bärlinde“ hat am ersten Arbeitstag für die Verlängerung der U-Bahnlinie 5 nur wenige Zentimeter zurückgelegt.

„Die Arbeiten beginnen mit großer Vorsicht. Zunächst geht es darum, dass alle Teile der Maschine sicher und zuverlässig funktionieren“, sagte Petra Reetz, Sprecherin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Insgesamt sei der Baustart aber problemlos erfolgt, so Reetz.

„Bärlinde“ ist ein 700 Tonnen schweres und 74 Meter langes Ungetüm, dass sich nicht nur in bis zu 25 Meter Tiefe durch das Erdreich gräbt, sondern das gleichzeitig auch den Abraum abtransportiert und die Betonverkleidungen für die Tunnel setzt. Erst ab Donnerstag, so Reetz, werde der Tunnelbohrer sein eigentliches Arbeitstempo erreichen und täglich bis zu acht Meter zurücklegen.

Der Tunnelbau-Experte Stavros Savidis erwartet für die Arbeiten keine Erschütterungen entlang der Baustrecke. „Erschütterungen und Lärm werden später gedämpft, weil die Arbeiten in großer Tiefe stattfinden“, sagte Savidis, Professor für Grundbau und Bodenmechanik an der TU Berlin.

Dass der Bohrer auch an der Oberfläche Wirkung zeige, ist trotzdem möglich. „Setzungsrisse im Putz sind beim Tunnelbau normal. Auch wenn der Druck ausgeglichen wird, kann man das nie hundertprozentig ausschließen. Die Risse sind aber nicht gefährlich. Einsturzgefahr besteht nicht“, sagte der TU-Experte.