Charity

Unternehmer aus Prenzlauer Berg hilft Flutopfern

Aufruf auf Facebook mit überwältigender Resonanz

Als Daniel Untermann am Morgen des 10. Juni aufwachte und auf sein Handy sah, war die Überraschung groß. „Ich wollte nur einer Flut-Aktion vom Freundeskreis des Deutschen Handballs unter die Arme greifen. Aus Versehen habe ich dann bei Facebook ein Bild, statt nur auf meinem Profil, öffentlich geteilt – die Resonanz ist bis heute überwältigend“, sagt Untermann. Der 34 Jahre alte Unternehmer aus Prenzlauer Berg ist gut vernetzt in der deutschen Handballszene. Um den von der Flut betroffenen Handballvereinen zu helfen, wollte er seine Kontakte nutzen und verlinkte mehrere Handball-Bundesligaspieler auf einem Bild bei Facebook – zusammen mit einem Spendenaufruf.

Bis heute – also zwölf Tage später – hat seine Facebook-Seite „Handballer helfen“ knapp 5200 Fans. Doch das ist nur die digitale Seite seiner Aktion. Bei ihm zu Hause stapeln sich 170 Gegenstände, die Sportler und Prominente zugesandt haben, um sie für den guten Zweck versteigern zu lassen. Trikots von Ballack und Gómez neben Freikarten für Helene Fischers Weihnachtsshow. Olympia-Goldmedaillengewinner Kurt Kuschela stellte seine Teilnehmermedaille aus London zu Verfügung, eine junge Frau sendete das Trikot des verstorbenen Handball-Nationalspielers Oleg Velyky ein. Sie hatte das Trikot bei einem Benefiz-Spiel für die Familie von Velyky ersteigert. In einem Brief an Untermann schrieb sie, dass das Trikot so nun hoffentlich ein zweites Mal gutes Tun könne.

„Als ich gesehen habe, wie erfolgreich die Aktion läuft, wollte ich das natürlich weiter machen. Auch wenn dafür mein Sommerurlaub drauf geht“, sagt Untermann und lacht. Die Versteigerung der Gegenstände startet am Mittwoch auf der Internetseite www.unitedcharity.de. Jeder bekommt die Möglichkeit, mitzusteigern.

Als die Unterstützerzahlen stetig stiegen, wurde klar, dass die 170 Gegenstände nur für einen Bruchteil der Unterstützer ausreichen würden. Untermann kam daher auf die Idee Charity-T-Shirts zu verkaufen. Auch das wurde zum Erfolg. Als der Shop um 10 Uhr online ging, waren die mit dem Logo „Handballer helfen“ bedruckten Shirts für 15 Euro nach einer halben Stunde ausverkauft. Untermann konnte nun mit dem Lieferanten verabreden, dass so lange nachgeliefert wird, wie der Bedarf dafür besteht. Insgesamt hofft Untermann, mit seiner Aktion eine Summe von 25.000 Euro zusammen zu bringen. Ein kleiner Klick mit großer Wirkung.