Altersvorsorge

Berlin richtet mehr Klinikbetten in der Geriatrie ein

Senator Czaja will Einsatz des Personals vorschreiben

Wenn künftig für Berlin die notwendigen Krankenhausbetten geplant werden, soll auch festgelegt werden, wie viel Personal die Krankenhäuser auf den einzelnen Stationen einsetzen sollen. Das hat Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) am Dienstag als ein Ziel für den neuen Krankenhausplan ausgegeben, der ab 2016 gelten soll und der jetzt vorbereitet wird. Dabei wolle man sich an den Empfehlungen der jeweiligen medizinischen Fachgesellschaften orientieren, sagte Czaja: „Es wäre gut, wenn wir für alle Angebote im Krankenhausplan solche Angebote definierten.“

Damit greift der Senator eine Forderung der Beschäftigtenvertreter unter anderem an der Charité auf. Die wollen eine personelle Mindestausstattung in Tarifverträgen verankern, um zu hohe Belastungen und daraus folgende Pflegemängel zu vermeiden. Zudem sollen im nächsten Plan die medizinischen Sachgebiete enger definiert werden, um den Krankenhäusern das „Rosinenpicken“ zu erschweren. Denn unter innere Medizin fallen von den Kassen sehr gut vergütete Herzbehandlungen ebenso wie eher schlechter finanzierte Diabetes-Prävention. Czaja hat festgestellt, dass bestimmte medizinische Leistungen deutlich zugenommen haben.

20.500 Betten

Im laufenden Krankenhausplan hat Czajas Planungsbehörde ein paar Korrekturen vorgenommen, die der Senat am Dienstag offiziell billigte. Die Sollzahl an Betten, für die die gesetzlichen Krankenkassen auf jeden Fall eine Finanzierung bereitstellen müssen, bleibt mit rund 20.500 annähernd konstant. Abgebaut wurden Kapazitäten in Fachgebieten, in denen ambulante Versorgung stark zugenommen hat oder die Liegezeiten zurückgegangen sind. Das betrifft die Augenheilkunde, die Chirurgie mit fast 100 Betten weniger, aber auch die Gynäkologie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und die rehabilitative Medizin. Aufgebaut wurden 182 Betten in der Geriatrie, zudem in kleinerem Umfang in der Kinderheilkunde und der Neurologie.

Noch muss die Charité bis zum Auslaufen des aktuellen Plans 2015 mehr als 300 Betten abbauen. In Zukunft werde es nach dem Verlust von fast 20.000 Betten seit der Wiedervereinigung keinen Abbau von Kapazitäten mehr geben. Berlins 57 Plan-Krankenhäuser seien im Durchschnitt zu 82 Prozent ausgelastet, die Liegezeiten lägen im Bundesdurchschnitt. Wegen der guten Auslastung hätten Berlins Kliniken auch nicht die Probleme, wie es sie an vielen Orten im Bundesgebiet gebe, sagte Czaja.