Tarif

Musikschule in Schöneberg kündigt der Hälfte ihrer Lehrer

Die Musikschule Tempelhof-Schöneberg hat in dieser Woche der Hälfte ihrer Lehrer gekündigt, weil sie die neuen Arbeitsverträge nicht unterschrieben haben.

Die Gesangslehrerin Ulla Weber gehört dazu. „86 Kollegen haben eine Kündigung bekommen“, sagt sie. Den betroffenen Schülern und deren Eltern wolle die Schule in den nächsten Tagen einen Brief schicken, in dem sie bittet, andere Lehrer zu akzeptieren. „Die Eltern meiner Schüler werden das nicht tun“, sagt Weber. Sie hofft, dass die zuständige Bildungsverwaltung einlenkt und die Verträge ändert.

Mit diesem Wunsch steht sie nicht allein da. Am Freitag haben erneut mehrere Hundert Musikschullehrer auf dem Gendarmenmarkt gegen die neuen Arbeitsverträge protestiert, die alle Honorarkräfte an den zwölf Berliner Musikschulen in diesen Tagen unterschreiben sollen. Sie forderten Festanstellungen und Tarifverträge.

Ulla Weber sagt, dass in Hamburg alle Musikschullehrer fest angestellt sind. In Berlin dagegen hätten nur rund fünf Prozent eine Festanstellung. Sie und ihre Kollegen befürchten nun eine dramatische Verschlechterung ihrer ohnehin geringen Bezahlung. Die neuen Honorarverträge sehen keine monatlichen Pauschalhonorare mehr vor. Stattdessen muss von nun an jede gegebene Unterrichtsstunde einzeln abgerechnet werden. Die Musikschullehrer rechnen mit Gehaltseinbußen von bis zu 3,2 Prozent. „Ich verdiene schon jetzt nicht mal mehr die Hälfte von dem, was fest angestellte Lehrer bekommen“, sagt Weber.