Verwaltung

„Yaam-Klub“ am Spreeufer weiter in Gefahr

Rückübertragung der Fläche an den Bezirk verzögert sich

Der Klub „Yaam“ am Friedrichshainer Spreeufer ist erneut in Bedrängnis. Weil der bisherige Standort am Stralauer Platz geräumt werden muss, war vom Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg als Alternative ein anderes Grundstück an der Schillingbrücke in Aussicht gestellt worden. Dieses Grundstück ist noch beim Liegenschaftsfonds. Bezirksbürgermeister Franz Schulz (Grüne) hatte schon Ende 2012 den Antrag gestellt, dass die Fläche wieder zurück in das Bezirksvermögen übertragen wird. Doch dieser Prozess ist ins Stocken geraten. Damit die Rückübertragung geschehen kann, muss der Unterausschuss Vermögensverwaltung im Abgeordnetenhaus zustimmt. Dieser Ausschuss tagt am morgigen Mittwoch zum letzten Mal vor der Sommerpause. Das Grundstück an der Schillingbrücke steht jedoch nicht auf der Tagesordnung.

Die Verantwortlichen des „Yaam“ sind besorgt. Man sei befremdet, sagte Jan Lerch vom Vorstand am Montag. „Es ist problematisch, dass diese Entscheidung noch nicht gefallen ist.“ Denn zum Umzug des Klubs gibt es eine Verabredung mit dem Grundstückseigentümer vom Stralauer Platz, der spanischen Gruppe „Urnova“. Sie sieht vor, dass das „Yaam, der „Young African Arts Market“, spätestens zum Januar 2014 seine bisherige Fläche räumt und auf das Grundstück an der Schillingbrücke zieht. So hatten es das Bezirksamt, die Klubbetreiber und „Urnova“ Ende 2012 verabredet. Nur weil diese Lösung zustande kam, hatten die Spanier ihre Kündigung für den Klub ausgesetzt, die sie im Herbst 2012 ausgesprochen hatten. Denn sie wollen das Spree-Grundstück an einen neuen Investor verkaufen – und dabei stört das „Yaam“.

Der Aufsichtsrat des Liegenschaftsfonds hatte bereits im Dezember 2012 zugestimmt, dass das Grundstück an der Schillingbrücke dem Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg zurückgegeben wird. Man habe jetzt den Eindruck, dass die Senatsfinanzverwaltung noch Bedenken gegen diese Rückübertragung hat, sagte Bürgermeister Franz Schulz am Montag. Es gebe zu diesem Thema noch keine Vorlage der Landesbehörde an den Unterausschuss Vermögensverwaltung – doch diese Vorlage ist Voraussetzung dafür, dass sich die Abgeordneten damit auseinandersetzen. „Das irritiert“, so Schulz. Denn ein anderes Grundstücksgeschäft ist bereits vollzogen. Schulz hatte Ende 2012 auch beantragt, dass der Bezirk ein zweites Grundstück vom Liegenschaftsfonds zurückbekommt – eine Fläche am Moritzplatz in Kreuzberg, auf der die Nomadisch Grün gGmbH das Projekt „Prinzessinnengärten“ betreibt. Sie sei bereits an den Bezirk rückübertragen, so der Bezirksbürgermeister.

Den Klub „Yaam“ gibt es seit mehr als 18 Jahren in Berlin. Er musste mehrmals umziehen. Seit neun Jahren hat der gefragte Freizeitort seinen Sitz am Stralauer Platz. Rund 250.000 Besucher kommen jährlich auf das Gelände mit Karibikflair, in die Strandbar, zu Partys und Konzerten. Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg plant, dass das Areal an der Schillingbrücke zum langfristigen, neuen Standort für den Klub wird. Noch ist dort der Klub „Magdalena“ ansässig, der Nachfolger von „Maria am Ostbahnhof“. Er soll Platz machen.