Verkehr

Senat will Busse durch umgebaute Ampeln schneller machen

Der Berliner Senat will an mehreren Kreuzungen der Stadt die Ampelanlagen so umbauen, dass Busse oder Straßenbahnen der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) diese bevorzugt und damit schneller passieren können.

Das ist ein Konzepts zur Beschleunigung des öffentlichen Nahverkehrs. Nach Angaben der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt ist die Lichtsignalanlage am Walter-Schreiber-Platz in Friedenau bereits entsprechend umgerüstet. Weitere Umbauten sind noch in diesem Jahr an den Ampeln auf dem Kurfürstendamm in Wilmersdorf in Höhe des S-Bahnhofs Halensee sowie an den Kreuzungen Tauentzienstraße und Passauer Straße in Schöneberg sowie Oranienstraße und Lindenstraße in Kreuzberg geplant.

Bei der Senatsverwaltung wird eine neue Koordinierungsstelle Beschleunigung geschaffen, die festgestellte Probleme bei der bei der Umsetzung von Ampel-Vorrangschaltungen „zeitnah lösen“ soll, teilte Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler auf Anfrage der Berliner Morgenpost mit. Geplant ist zudem die Beschaffung eines neuen Computer-Programms, mit dem linienbezogen die Fahrzeiten von Bussen und Bahnen analysiert werden sollen. Laut Gaebler ermögliche dies eine „punktgenaue Ursachenfeststellung und Beseitigung von Störungen“ im Netz.

Der Senat reagiert damit auf die jüngste massive Kritik an der Wirksamkeit der in den vergangenen Jahren beschlossenen teuren Beschleunigungsprogramme. Wie berichtet, hatte der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) bei einer Analyse festgestellt, dass die Metrobusse der BVG wegen vieler Hindernisse und Staus auf den Straßen immer langsamer durch die Stadt kommen. Für die Innenstadt wurde ein Durchschnittstempo von nur 14,6 Stundenkilometern ermittelt. Die niedrige Durchschnittsgeschwindigkeit der Busse erkläre sich teilweise mit der Vielzahl der Baustellen in der Innenstadt, aber auch mit dem Fahrgastzuwachs der vergangenen Jahre, so Staatssekretär Gaebler.