BVG

Riesen-Findling blockiert Arbeiten für neuen U-Bahnhof

Ein Relikt der Eiszeit macht der BVG zu schaffen.

Bei den Bauarbeiten für den neuen U-Bahnhof Unter den Linden haben Arbeiter im Untergrund einen riesigen Findling ausgemacht. Der Granitbrocken mit einer Kantenlänge von etwa 3,50 Metern steht einer Schlitzwand im Weg, die als seitliche Begrenzung der Baugrube dienen soll. Die Wand ist unerlässlich, um das Einsickern von Grundwasser zu verhindern.

Der Findling liegt in 17 Metern Tiefe. Über seine genaue Größe und sein Gewicht kann die BVG noch keine Angaben machen. Klar ist hingegen: Der Brocken muss weg. Mit den normalen Baumaschinen konnten die Arbeiter ihn aber weder zerstören noch bergen. „Er ist einfach zu groß und zu massiv“, sagt Projektleiter Jörg Seegers. „Wir hoffen, den Findling da unten kaputt zu kriegen“, so Seegers.

Deshalb hat er jetzt schweres Spezialgerät auffahren lassen. Ein 27 Meter hohes und 142 Tonnen schweres Bohrgerät namens BG40 kommt zum Einsatz. Dessen Bohrschnecke ist aus besonders gehärtetem Stahl gefertigt. Die Experten hoffen, dass dieses Material auch dem Granitklotz gewachsen sein wird. Denn bislang zeigt sich der Brocken zäh. Mehrere Meißelwerkzeuge hat der Steinriese bereits verschlissen. Obwohl er über etliche Stunden hinweg bearbeitet wurde, konnten die Arbeiter lediglich ein Loch in den Jahrtausende alten Findling fräsen. Ihn für eine Bergung in kleiner Stücke zu zerlegen, gelang dagegen nicht. Der Berliner Untergrund ist Fachleuten bereits als geologisch kompliziert bekannt, weil er aus einer Mischung von weichem Geschiebemergel und hartem Eiszeitgestein besteht.

Ob der Fund die Arbeiten an der U-Bahn verzögern wird, ist nach Angaben eines BVG-Sprechers noch offen. Vor einem Monat war eine 74 Meter lange Bohrmaschine auf den Namen „Bärlinde“ getauft worden, die noch im Juni mit den Arbeiten für den U-Bahntunnel beginnen soll. Bis zum Sommer 2019 wollen die Verkehrsbetriebe die Lücke der U5 zwischen Alexanderplatz und Brandenburger Tor schließen. An der Tunnelstrecke entstehen drei Stationen: Berliner Rathaus, Museumsinsel und Unter den Linden. Wenn alles nach Plan läuft, fährt die U5 dann zwischen Hönow und Brandenburger Tor und weiter bis zum Hauptbahnhof.