Gesundheit

Klinik-Anbau für 100 Millionen Euro

In Friedrichshain investiert Vivantes in zwei neue Gebäude mit 400 Betten und eine Tiefgarage

Der Krankenhauskonzern Vivantes baut seinen Standort in Friedrichshain aus. Zwei sechsgeschossige Gebäude werden in den kommenden Jahren errichtet. Sie sind zwischen bestehenden Bauten geplant, mitten im Gelände. 400 Betten sollen in den Neubauten Platz finden, Räume für Diagnostik, ambulante Operationen und Physiotherapie. Der Anbau ist ein Ersatz für den Standort an der Fröbelstraße in Prenzlauer Berg.

Außerdem ist eine Tiefgarage mit 260 Stellplätzen geplant. Die Investition liegt bei mehr als 100 Millionen Euro. Der Bauantrag ist gestellt. Friedrichshain-Kreuzbergs Bürgermeister Franz Schulz (Grüne) hat bereits signalisiert, dass die Genehmigung erteilt werden kann. Im Herbst sollen die Arbeiten beginnen. Fast 100.000 Quadratmeter groß ist das Areal des Klinikums.

Am Mittwoch haben Vertreter von Vivantes die Pläne im Stadtentwicklungsausschuss der BVV präsentiert. Die Tiefgarage steht besonders im Fokus der Bezirkspolitik, weil ihre Zufahrt über den Ernst-Zinna-Weg führt, den auch viele Besucher des Volksparks Friedrichshain nutzen. Das unterirdische Parkhaus wird dort gebaut, wo derzeit der Hubschrauber landet. Über dem Parkhaus wird eines der beiden neuen Gebäude errichtet. So können Patienten und Besucher aus der Tiefgarage mit dem Fahrstuhl zu den Stationen, zur Aufnahme oder zum OP gelangen. „Wir wollen ein Krankenhaus der kurzen Wege werden“, sagte Projektleiter Jan Kubald von Vivantes.

Mehr Verkehr auf dem Gelände

Rund 100.000 Patienten werden jährlich im Friedrichshainer Klinikum behandelt, 60.000 von ihnen ambulant. Bislang kommen die Kranken, Angehörigen und Angestellten über verschiedene Einfahrten auf das Klinikgelände an der Landsberger Allee und suchen sich dort einen Parkplatz oder, wenn alles voll ist, in den benachbarten Straßen. Außerdem fahren Krankenwagen und Lieferfahrzeuge vor. Dieser rege Verkehr auf dem Klinikgelände wird durch die Tiefgarage reduziert. Patienten und Besucher fahren künftig nur noch über den Ernst-Zinna-Weg in das unterirdische Parkhaus. Andere Zufahrten und Standorte für ein Parkhaus seien geprüft worden, sagte Planerin Gaby Morr von der Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung mbH. Die Zufahrt über die Virchowstraße würde viel Lärm für die Besucher des Volksparks mit sich bringen und längere Wege für Patienten und Besucher des Klinikums. Dagegen bedeutet die Zufahrt über den Ernst-Zinna-Weg nur ein oder zwei Dezibel mehr Lärm, weil diese Straße in einer Mulde liegt. Doch der Verkehr auf dem Weg wird sich um mehr als 300 Prozent erhöhen. Einem Gutachten zufolge steigt die Zahl der Fahrten pro Tag von derzeit 410 auf 1740. Baustadtrat Hans Panhoff (Grüne) sagte, er sei mit der Lösung, die gefunden wurde, „nicht glücklich“. Dennoch befürwortet das Bezirksamt diese Variante. „Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen“, sagte Bürgermeister Schulz. Wegen der geringeren Lärmbelastung und wegen der kurzen Wege für Patienten habe man zugestimmt.

Für das Neubauvorhaben von Vivantes werden 49 Bäume gefällt und sieben umgesetzt. 50 neue Bäume sollen als Ersatz gepflanzt werden. Rund 100 von 170 Stellplätzen bleiben, mehr als 60 werden zurückgebaut. 118 Abstellplätze für Fahrräder entstehen.

Geplant ist, dass die Neubauten 2017 oder 2018 fertig werden. Dann will Vivantes — wie schon vor Jahren angekündigt – seinen Standort an der Fröbelstraße aufgeben. Er ist aus Sicht des Klinikkonzerns nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben. Die 140 Betten werden nach Friedrichshain verlegt. Was mit dem Gelände in Prenzlauer Berg wird, steht laut Projektleiter Kubald noch nicht fest.