Verkehr

Der Berliner Ring wird im Norden sechsspurig

2015 soll die erneuerte Autobahn fertig sein

Der Name „Berliner Ring“ ist ein wenig irreführend. Fast komplett verläuft die rund 200 Kilometer lange Autobahn (A10) rings um die Bundeshauptstadt auf Brandenburger Gemarkungen. Ein kleiner Abschnitt im Norden liegt jedoch im Bezirk Pankow und damit auf Berliner Gebiet. Die fast fünf Kilometer lange und ziemlich marode Schnellstraße wird in den kommenden zweieinhalb Jahren nicht nur komplett erneuert, sondern auch von zwei auf drei Spuren pro Richtung verbreitert. Damit verbunden sind umfangreiche Einschränkungen für den Autoverkehr, wie die Senatsverwaltung für Verkehr am Dienstag ankündigte. Da auch die Schallschutzwände neu gebaut werden, müssen die Anwohner vor allem in den Pankower Wohngebieten Karow und Buch zudem mit erheblichen Lärm-Belastungen rechnen.

In den kommenden Monaten müssen nun vier Brücken abgerissen und durch breitere Neubauten ersetzt werden. Begonnen wird dabei am ersten Juni-Wochenende mit dem Abbruch der Brücke über der Schönerlinder Straße, die dafür vom 1. Juni, 8 Uhr, bis 2. Juni, 24 Uhr, komplett gesperrt werden muss. Der Pkw-Verkehr wird während der Sperrung über die Hobrechtsfelder Chaussee umgeleitet. Da die Straße über ein Moor führt, darf diese aber nur von Fahrzeugen mit einem Gewicht von bis 3,5 Tonnen genutzt werden. Der Schwerlastverkehr wird über die B 96 und die Karower Chaussee umgeleitet. Noch komplizierter wird die Verkehrsführung am dritten Juni-Wochenende, wenn der südliche Brückenüberbau über die Karower Chaussee abgerissen werden soll. In diesem Fall müssen schwere Lkw auf die Bundesstraßen 2 und 96 ausweichen.

Acht Brücken werden erneuert

Der Berliner Abschnitt der A10 soll in zwei Schritten bis September 2015 sechsspurig ausgebaut werden. Im Zuge der Arbeiten müssen acht Brücken erneuert und verbreitert sowie eine Regenwasserbehandlungsanlage gebaut werden. Statt aus Beton wird die Fahrbahn aus Asphalt sein. Die Anwohner sollen mit zwei bis zu zwei Kilometer langen Betonwänden vor Lärm geschützt werden. Kosten von 64,4 Millionen Euro sind kalkuliert, von denen bereits rund 27 Millionen Euro verbaut sind. Drei Millionen Euro kostete der Erwerb von Grundstücken. 34,4 Millionen Euro stehen für die nun folgenden Arbeiten bereit. Das Geld kommt vom Bund als Eigentümer des Autobahnnetzes.

Zur Beschleunigung der Arbeiten hat der Senat wie schon bei der Avus-Sanierung eine sogenannte Bonus-Malus-Regelung vereinbart. Demnach bekommt das beauftragte Bauunternehmen, die Firma Matthäi aus dem brandenburgischen Velten, für jeden Tag einer vorzeitigen Fertigstellung einen Bonus von 2500 Euro. Für den Fall, dass Arbeiten länger als geplant dauern, muss das Unternehmen mit einem Strafabzug in Höhe von 5000 Euro pro Tag rechnen.

Bei der Avus war dieses Konzept voll aufgegangen, die umfangreichen Sanierungsarbeiten an der A115 wurden im Herbst 2012 und damit ein Jahr früher als ursprünglich geplant abgeschlossen.

Unterdessen ist es am Dienstag auf dem südlichen Berliner Ring bei Michendorf (Potsdam-Mittelmark) zu kilometerlangen Staus gekommen. Ein Lastwagen war auf der A10 umgekippt und hatte ein zwölf Tonnen schweres Metallstück verloren. Bei dem Unfall, dessen Ursache bislang noch unklar ist, wurde der Lastwagenfahrer verletzt.