Architektur

Helle Streifen für das dunkle Haus

Bezirksamt Pankow entscheidet heute über neue Fassadenelemente

Der dunkle Neubau am Garbátyplatz in Pankow soll deutlich aufgehellt werden. Darauf haben sich das Bezirksamt Pankow, das Bauunternehmen Merz Objektbau aus Aalen und der neue Eigentümer, die Karl Schlecht Gemeinnützige Stiftung, verständigt. Zwei Vorschläge stehen zur Auswahl. Entweder die Fassade wird hell gestaltet, wie es laut Baugenehmigung eigentlich auch vorgesehen war. Oder es werden Aluminiumstreifen vor die dunkle Wand gehängt, die das Licht reflektieren. Diese Streifen sollen ockerfarben, beige und rot sein. Beide Vorschläge betreffen die Brücke, die die beiden einzelnen Gebäudeteile verbindet. Der Entwurf mit den farbigen Metallstreifen sei erst vor Kurzem eingereicht worden und sehr ansprechend, sagte Pankows Stadtentwicklungsstadtrat Jens-Holger Kirchner (Grüne). „Wir neigen dazu, diesem Entwurf stattzugeben.“ Das Bezirksamt will heute darüber entscheiden.

Wegen der schwarzen Wände war das Haus mit Geschäften und Arztpraxen am Garbátyplatz stark kritisiert worden. Die düstere Wirkung der Fassade wurde erst deutlich, als im Spätsommer 2012 die Gerüste am Neubau abgebaut wurden. Anwohner und Bezirkspolitiker protestierten dagegen. Stadtrat Kirchner kündigte an, dass er ein Bußgeld von der Baufirma fordern werde, weil sie den Vereinbarungen aus der Baugenehmigung nicht nachgekommen war und die Brücke zwischen den beiden Häusern dunkel gestaltet hatte. Ob es bei dieser Forderung bleibt, wollte Kirchner noch nicht mitteilen. „Wir werden nicht etwas bestrafen, wenn wir eine gütliche Einigung erreichen.“

Auch das Unternehmen Merz Objektbau hofft, dass der Bezirk die Variante mit den Aluminiumstreifen genehmigen wird. Dadurch muss die alte Fassade nicht demontiert werden. Das gesamte Gebäude wirke erheblich aufgelockerter durch die farbigen Metallstreifen, sagte ein Mitarbeiter des Bauunternehmens.

Teure Nachbesserung

Die Kosten für den Neubau waren mit 20 Millionen Euro angegeben worden. Durch die Nachbesserung werde er erheblich teurer, so der Mitarbeiter. Außerdem müssen noch einmal Gerüste aufgestellt werden. Das Handels- und Ärztezentrum war Ende des vergangenen Jahres eröffnet worden. Die Merz Objektbau hat die Immobilie vor Kurzem an die Karl Schlecht Gemeinnützige Stiftung in Baden-Württemberg verkauft. „Wir wollen es so gestalten, dass es zu einem Schmuckstück wird“, sagte Kuratoriumsvorsitzender Karl Schlecht auf Anfrage der Berliner Morgenpost. „Die Fassade wird kurzfristig so geändert, wie es mit den Behörden vereinbart ist“, beteuerte Schlecht.

Das Gebäude solle den Namen PAN bekommen: Ein entsprechendes Logo werde an drei Stellen auf der Fassade sichtbar sein. Auch der Garbátyplatz werde schöner und sauberer gestaltet, kündigte der Kuratoriumsvorsitzende Schlecht an. Er habe sich die Fläche angesehen. „Es sieht dort fürchterlich aus“, sagte Schlecht. Die Stiftung setze ihr Vermögen ein, um Immobilien zu kaufen, und mit den Erträgen ihre gemeinnützigen Projekte zu finanzieren.