Fußball

Kein Schnaps, keine Stockschirme, keine Raketen

Auf der Fanmeile sind 400 Ordner im Einsatz

Die Fanmeile auf der Straße des 17. Juni soll ein friedliches Fest werden. Deshalb haben Veranstalter Rainer Wohlthat, die Polizei und das Bezirksamt Mitte ein Sicherheitskonzept abgestimmt. „Wir werden den Tiergarten einzäunen“, kündigte Wohlthat an. Rund 400 Ordner sind am Sonnabend im Einsatz. „Das sind soviel wie zur Silvesterfeier am Brandenburger Tor.“ Damals kamen etwa eine Million Besucher, am Sonnabend werden mehr als 100.000 erwartet.

Etwa 150 Ordner stehen an den fünf Eingängen zur Fanmeile: an der nördlichen und der südlichen Ebertstraße, an der Yithzak-Rabin-Straße, am Kleinen Stern und an der Kleinen Querallee im Tiergarten. Ein weiterer Zugang ist über den Pariser Platz gewährleistet, er wird aber geschlossen, sobald das Festgelände gut gefüllt ist. Die übrigen Sicherheitskräfte sind an den Bauten auf der Fanmeile, an den Videowänden, an der Bühne oder als Streifen im Einsatz. Alle Besucher müssen sich an den Eingängen Kontrollen unterziehen. Sie dürfen keine Glasflaschen, keine Feuerwerkskörper und keine Waffen mit auf das Gelände nehmen. Auch Stockschirme sollten zu Hause gelassen werden. Plastikflaschen bis zu einem Liter seien erlaubt, so Wohlthat. Welche Gegenstände verboten sind, wird auf Schildern rund um das Festgelände zu lesen sein. Auf der Fanmeile werden Getränke, darunter auch Bier, nur in Plastikgefäßen verkauft, gar nicht im Ausschank sind kleine Schnäpse und anderer hochprozentiger Alkohol.

Videokameras für Sicherheitsdienst

Auf der Straße des 17. Juni sind Videokameras installiert – wie viele, wollte der Veranstalter nicht verraten. Die Bilder werden in eine „Sicherheitszentrale“ übertragen, wo Veranstalter, Sicherheitsdienst, Deutsches Rotes Kreuz (DRK) und Polizei das aktuelle Geschehen auf der Meile verfolgen und ihre Aktionen koordinieren.

Die Polizei schickt am Sonnabend rund 200 Mitarbeiter in den Einsatz. „Wir erwarten ein friedliches Sport-Event, ähnlich wie beim jährlich in Berlin stattfindenden DFB-Pokalfinale“, sagte eine Polizeisprecherin. Die Feuerwehr tritt vor allem im Hintergrund der Fanmeile auf. Ein Spezialbus, der bis zu 50 Verletzte aufnehmen kann, steht an der Feuerwache Moabit bereit. Zudem ist die Freiwillige Feuerwehr Mitte an der Linienstraße personell verstärkt. „Die Hauptlast trägt das Deutsche Rote Kreuz mit der Organisation des Sanitätsdienstes, den wir unterstützen“, sagt Feuerwehrsprecher Jens-Peter Wilke. Rund 100 Kräfte des DRK seien für die medizinische Versorgung zuständig, ergänzt Wohlthat. Das DRK ist mit fünf Rettungswagen plus Notarzt sowei Sanitätern vor Ort und baut vier Erste-Hilfe-Zelte auf.

Rainer Wohlthat, der seit 2006 die Berliner Fanmeile zu den Fußball-Welt- und Europameisterschaften organisiert, rechnet nicht mit gewaltsamen Auseinandersetzungen, er richtet keine geteilten Fanblöcke innerhalb der Meile ein.