Verkehrskontrollen

Polizei Berlin – Der Marathon der Blitzer

Berlins Polizei macht mobil gegen Raser: Die Kontrollen der „Operation Speed“ am Dienstag dauern 24 Stunden. Wir verraten, wo in Berlin Blitzer stehen.

Es blitzt in Berlin: Die Polizei geht am Dienstag gegen Raser vor. Mit einem einmaligen Personalaufgebot von Beamten sollen stadtweit 24 Stunden lang Schnellfahrer auf den Straßen ermittelt werden. Hintergrund ist die enorme Steigerungsrate bei Unfällen durch nicht angepasste und überhöhte Geschwindigkeit. In 3480 Fällen kam es laut der aktuellen Verkehrsunfallstatistik für 2012 zu Unfällen, die Steigerung gegenüber dem Vorjahr beziffert die Polizei auf 15 Prozent. Bei keiner anderen Unfallursache sei auch nur annähernd ein solch großer Anstieg festgestellt worden. Bei mehr als jedem dritten tempobedingten Verkehrsunfall seien im Vorjahr Menschen verletzt worden. Sieben Menschen starben.

Vor diesem Hintergrund plant die Polizei, mehr als 200 ständig wechselnde Radar- und Laserkontrollorte einzurichten. Die Berliner Morgenpost listet sämtliche bereits feststehenden 172 Straßen auf, die in jedem Fall davon betroffen sein werden. Zusätzlich werden alle 21 verfügbaren Videofahrzeuge der Polizei an diesem Tag und in der Nacht im gesamten Stadtgebiet und auf allen Autobahnstrecken unterwegs sein. Der positive Effekt für die Sicherheit auf den Straßen soll im Vordergrund stehen. Das heißt, dass Temposünder im Zuge der Einsätze sofort gestoppt und die Fahrer in Gesprächen sensibilisiert werden, welche Folgen ihr Fehlverhalten für sie selbst und andere haben kann.

Ziel der Aktion ist, schon zu Jahresanfang den Autofahrern die Gefahren der zu hohen Geschwindigkeit bewusst zu machen. „Bereits wenige Stundenkilometer zu viel können insbesondere für die schwächsten Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger und Radfahrer den Unterschied zwischen Leben und Tod bedeuten“, erläutert ein Polizeisprecher den Stellenwert des Großeinsatzes für die Verkehrssicherheit in Berlin. Bei der Polizei sei man davon überzeugt, dass zu schnelles Fahren kein Versagen für den Augenblick, sondern vielmehr eine Sache der persönlichen Einstellung sei. Dahinter stehe die Erkenntnis: Wer zu schnell fährt, tut dies grundsätzlich überall, ganz gleich, ob auf Autobahnen oder in Wohnstraßen.

Aufklärung statt „Abzocke“

Gleichzeitig möchte die Polizei vermeiden, dass im Zusammenhang mit der groß angelegten Kontrollaktion der Vorwurf der „Abzocke“ laut wird. Deshalb wird der Aktionstag offensiv angekündigt und gleichzeitig werden alle Kontrollorte bewusst öffentlich gemacht. Allerdings: Wer mit überhöhtem Tempo erwischt wird, muss auch mit einem entsprechenden Bußgeld rechnen.

Die Auswahl der Straßen, wo geblitzt und gelasert wird, richtet sich streng nach der Verkehrsunfallanalyse auf jene Punkte, wo die Unfallhäufigkeit überdurchschnittlich ist. Im Fokus stehen zudem Bereiche im Umfeld von Schulen, Seniorenheimen und Kitas. Außerdem wird es Tempomessungen auf Straßen in reinen Wohngebieten geben, die wegen häufiger Tempoverstöße aufgefallen sind. Dies gilt ebenso für Streckenverläufe außerhalb der Siedlungsgebiete.

Dabei fällt auf, dass die Unfallexperten als Spitzenreiter den Bezirk Mitte ausgemacht haben, wo mit 32 Straßen die meisten Kontrollstellen angekündigt sind. Mit Abstand folgen Steglitz-Zehlendorf (21), Tempelhof-Schönberg (20) und Charlottenburg-Wilmersdorf (19). Zusätzlich zur Blitzeraktion wird die Polizeidirektion 3 vom heutigen Montag bis zum 26. April Radfahrer kontrollieren. Hintergrund des Vorhabens ist der Umstand, dass 2012 mehr als die Hälfte der Verkehrsunfälle mit Radfahrerbeteiligung von den Zweiradfahrern selbst verursacht wurden. Besonders das Fahren auf der falschen Fahrbahnseite, fehlerhaftes Einfahren in den Fließverkehr sowie falsches Verhalten an Kreuzungen und Einmündungen sind hierfür verantwortlich. Doch auch Kraftfahrer stehen im Visier, denn das Nichtgewähren der Vorfahrt für Radfahrer, Fehler beim Abbiegen oder beim Einfädeln in den fließenden Verkehr sind Hauptursachen für Radfahrunfälle, die von Autofahrern verursacht werden.

Auch in Brandenburg wird es am Dienstag eine Offensive gegen Raser vor allem auf Pendlerstrecken geben. Insgesamt sind 30 Kontrollstellen geplant. Der Schwerpunkt der Aktion liegt auf den Gemeinden rund um Berlin. Die für den 16.April geplanten Kontrollorte können im Internet unter unter der Adresse www.polizei.brandenburg.de abgerufen werden.