Neukölln

US-Botschafter appelliert an die Regierungen

Am Internationalen Tag der Sinti und Roma hat US-Botschafter Philip D. Murphy beim Besuch eines Wohnprojekts in Berlin der ethnischen Minderheit seine Unterstützung zugesagt.

„Wir sind auf eurer Seite“, sagte Murphy, der als erster westlicher Botschafter das Haus an der Harzer Straße besichtigte. Als größte ethnische Minderheit Europas hätten Sinti und Roma noch immer unter Rassismus, Gewalt und Menschenrechtsverletzungen zu leiden. Die Regierungen seien in der Verantwortung, ihnen die Teilhabe an der Gesellschaft zu ermöglichen, sagte Murphy. In Berlin leben nach Angaben des Senats rund 20.000 Roma. Das Neuköllner Projekt zeige, wie man von Vielfalt im Zusammenleben profitieren könne, sagte Murphy. Das ehemals als „Müllhaus“ verschriene Gebäude war vor zwei Jahren von der Aachener Siedlungs- und Wohnungsgesellschaft gekauft und saniert worden. Die Gesellschaft, die der katholischen Kirche gehört, finanziert auch soziale Angebote. Im Refugee Protest Camp am Oranienplatz in Kreuzberg fand eine Luftballon-Aktion statt. Organisationen, darunter die vom Zentralrat Deutscher Sinti und Roma unterstützte Kampagne „alle bleiben“, hatten unter dem Motto „Thousands of balloons will fly“ zu der weltweiten Solidaritätsaktion aufgerufen.