Unfall

Elefant verletzt Pfleger: Verein fordert mehr Sicherheit

Nachdem erneut ein Pfleger im Tierpark Berlin von einer Elefantenkuh verletzt worden ist, fordert der Verein „Elefanten-Schutz Europa“ mehr Sicherheit für die Mitarbeiter. Um Unfälle bei der Elefantenpflege zu vermeiden, sollten Tier und Mensch wie bei allen anderen gefährlichen Wildtieren im Zoo immer durch ein Gitter getrennt sein, sagte der stellvertretende Vorsitzende Olaf Töffels. Sogenannte geschützte Kontakte könnten auch in alten Elefantenhäusern gewährleistet werden. Das erfordere allerdings den Umbau der Tore und den Einbau eines Behandlungsgitters. Der direkte Kontakt zwischen Tieren und Pflegern auf Sandflächen und in den Boxen führe sonst zu Unfällen.

Der Unfall hatte sich Mitte vergangener Woche ereignet. Die Elefantenkuh Frosja habe den Pfleger zu Boden gestoßen, als der sie behandeln wollte. Der Gesundheitszustand des Mannes habe sich mittlerweile verbessert, sagte die Sprecherin von Zoo und Tierpark, Claudia Bienek, am Donnerstag.

Die Kritik an den Haltungsbedingungen teilt die Grünen-Abgeordnete Claudia Hämmerling. Sie hatte im Januar eine Kleine Anfrage zu den Risiken der Elefantenhaltung gestellt. In der Antwort des Senats hieß es, der direkte Kontakt als Haltungsform unterliege „nicht per se einem Verbot“. Nach Auffassung des Senats sei jedoch die Haltung von Elefanten im geschützten Kontakt „vorzuziehen und anzustreben“. Der Chef von Zoo und Tierpark, Bernhard Blaszkiewitz, wollte sich nicht zu den Vorwürfen äußern.