Protest

Schüler demonstrieren dafür, dass ihre Lehrer in Berlin bleiben

Lehrer, Schüler und Eltern haben am Freitagnachmittag auf dem Pariser Platz lautstark für eine bessere Schulqualität in Berlin demonstriert.

– Zu der Aktion aufgerufen hatte die Initiative Bildet Berlin, der etwa 2000 angestellte Lehrer angehören. Deren Sprecher Florian Bublys kritisierte die Koalition aus SPD und CDU, die ihre Wahlversprechen gebrochen hätten. Die Bedürfnisse von Lehrern, Eltern und Schülern würden nicht angemessen berücksichtigt, sagte Bublys.

Die angestellten Lehrer fordern endlich eine tarifliche Eingruppierung. Außerdem wollen sie ihren verbeamteten Kollegen gleichgestellt sein. Wer gleiche Pflichten habe, müsse auch gleiche Rechte haben, sagten sie.

Zu dem Demonstranten vor dem Brandenburger Tor gehörten auch Shakira, Luisa und Alicia. Die Mädchen besuchen die Klasse 5b der Fläming-Grundschule in Schöneberg. Sie hatten ein selbst gemaltes Plakat dabei. „Die Lehrer hauen ab und wir? bleiben sitzen“, war darauf zu lesen. Luisa sagte, dass sie zu ihren Lehrern halten und ihnen helfen wollen. „Alle Lehrer müssen gleich viel verdienen“, fordern die Schülerinnen.

Elisabeth Warnecke, pädagogische Mitarbeiterin an der Fläming-Grundschule, sagte, dass sie und ihre Kollegen um die Kontinuität der Arbeit an ihrer Schule fürchten würden. Einige Kollegen hätten bereits einen Freistellungsantrag gestellt. Sie würden Berlin verlassen wollen, wenn die Bedingungen für angestellte Lehrkräfte sich nicht verbessern würden. „Wir wissen nicht wie es weitergehen soll, zumal am Ende des Schuljahres fünf Lehrer unserer Schule in Pension gehen“, sagte Warnecke. Auch sie forderte einen Tarifvertrag für die angestellten Lehrer.

Zu denen, die darüber nachdenken, Berlin zu verlassen, um in einem anderen Bundesland verbeamtet und damit deutlich besser bezahlt zu werden, gehört auch Lisa Grabia. Sie ist Lehrerin an der Kiepert-Grundschule in Marienfelde. „Ich werde vielleicht nach Brandenburg gehen“, sagte sie.

Schüler des Gymnasiums Tiergarten berichteten den anwesenden Demonstranten, dass an ihrer Schule Lehrermangel herrsche. Mehrere Wochen lang hätten deshalb einige Grund- und Leistungskurse ausfallen müssen.