Kreißsaaldoku

RTL stoppt Dreharbeiten von „Babyboom“

Mit dem „Babyboom“ in Berlin ist endgültig Schluss.

Der Kölner Privatsender RTL und die Produktionsfirma Shine sind verärgert – und haben am Freitag von sich aus die Dreharbeiten der Doku-Soap rund um Geburten aus Berlin gestoppt, vier Tage vor einer eigens anberaumten Krisensitzung zu diesem Thema am kommenden Dienstag. Wie RTL am Freitag in Köln mitteilte, sei der Produktionsplan zu „Babyboom – Willkommen im Leben“ schon jetzt nicht mehr einzuhalten gewesen. In der Erklärung heißt es weiter, der Sender reagiere damit auf „das anhaltende Entscheidungsvakuum“ des Berliner Senats.

Der Senat hatte, wie berichtet, die Dreharbeiten bereits am 26. Februar vorläufig gestoppt, weil er die Persönlichkeitsrechte der Kinder und der Mitarbeiter im landeseigenen Klinikkonzern Vivantes durch das TV-Projekt gefährdet sah. „Ein weiteres Abwarten etwa bis zu einer Aufsichtsratssitzung des Klinikums Vivantes, mit offenem Ausgang, ist nicht mehr vertretbar“, heißt es in der RTL-Mitteilung. Die stillstehende Produktion verursache täglich hohe Kosten. In einer Mitteilung von Mittwoch war bereits von Kosten in siebenstelliger Höhe die Rede gewesen.

Der Senat hatte den Aufsichtsrat von Vivantes um Klärung gebeten. Dazu war eine Sondersitzung am kommenden Dienstag einberufen worden, die der Sender jetzt nicht mehr abwarten will. „Wir bedauern sehr, dass es dem Land Berlin nicht möglich war, eine Entscheidung in dem Zeitrahmen herbeizuführen, den wir für eine Fortsetzung der Produktion gebraucht hätten“, erklärte RTL-Sprecher Christian Körner.

„Als verlässlicher Produktionsstandort hat sich Berlin im Umgang mit dieser nun gescheiterten TV-Produktion ganz sicher nicht empfohlen.“ Ebenso verärgert zeigte sich der Sender auch darüber, dass Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU), der den Stopp der Dreharbeiten veranlasst hatte, eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch mit dem Produzenten nicht angenommen hätte.

RTL hatte zehn Tage lang mit 30 Kameras im Kreißsaal, in Krankenzimmern und Untersuchungsräumen von Vivantes die Geburten von Babys und das Leben der jungen Familien gefilmt. Dann wurden die Dreharbeiten vom Senat gestoppt.

Mütter wie Mitarbeiter, so RTL, hätten ihr Einverständnis erklärt. Die Persönlichkeits- und Arbeitnehmerschutzrechte seien im Vorfeld mit der Klinik geklärt worden. Jede Mutter hätte auch nach dem Dreh der Geburt von der Ausstrahlung zurücktreten können.