Polizei

Promiclub-Besitzer starb durch Messerstiche

Der prominente Nachtclub-Besitzer Joachim S. ist durch mehrere Messerstiche getötet worden.

Das hat eine von der Staatsanwaltschaft angeordnete Obduktion ergeben. Der 59-Jährige war am Dienstagvormittag von seiner Putzfrau tot in seiner Wohnung an der Pfalzburger Straße in Wilmersdorf gefunden worden. Er soll schrecklich zugerichtet in der Badewanne gelegen haben. Wie am Mittwoch aus Ermittlerkreisen verlautete, schließt die Polizei einen Raubmord nicht aus. Nach ersten Erkenntnissen sollen Wertsachen in der Wohnung fehlen. Dennoch ermittelt die mit dem Fall betraute 5. Mordkommission derzeit noch in alle Richtungen. Eine Spur gibt es nach Angaben eines Polizeisprechers noch nicht. Am Mittwochvormittag wurde die luxuriös eingerichtete Wohnung des Getöteten nochmals von Mitarbeitern der Spurensicherung genau untersucht.

In der Nachbarschaft sowie im beruflichen und persönlichen Umfeld des Getöteten wird derweil viel über mögliche Hintergründe der Gewalttat spekuliert. Manche sprachen gegenüber der Berliner Morgenpost von „Geschäften mit den falschen Leuten“ oder fragwürdigen Aktivitäten in der Immobilienbranche, an denen das Opfer beteiligt gewesen sein soll. Auch von Schutzgelderpressungen und der „Russen-Mafia“ war die Rede. Diese hätte sich in den vergangenen Jahren zunehmend in der Diskothek von S. „breitgemacht“, wusste ein Bekannter zu berichten. Die Polizei werde sich an Mutmaßungen nicht beteiligen, man gehe aber jeder Spur nach, hieß es am Mittwoch aus der Behörde.

Joachim S. war Besitzer des bekannten Nachtclubs „First“ an der Joachimstaler Straße Ecke Lietzenburger Straße in Charlottenburg. Zu den Gästen des Clubs gehörten zahlreiche Prominente, insbesondere aus der Film- und Musikbranche. S. ließ sich stets gern mit seinen bekannten Gästen fotografieren und wurde im Lauf der Jahre selbst zu einem Prominenten. Aus seinem Umfeld hieß es am Mittwoch aber auch, das „First“ habe seine besten Zeiten lange hinter sich.

Auf der Internetseite des Clubs und in dem sozialen Netzwerk Facebook haben derweil zahlreiche Freunde und Weggefährten des 59-Jährigen ihre Trauer und ihre Bestürzung über die Tat zum Ausdruck gebracht. Joachim S. stammt ursprünglich aus Hessen und kam nach einem USA-Aufenthalt bereits in den 80er-Jahren nach Berlin.