Prozess

38-Jähriger soll Frauen betäubt und missbraucht haben

Die Frauen gingen wohl freiwillig mit in seine Wohnung, doch was dann folgte, war sicherlich gegen ihren freien Willen.

Die Berliner Staatsanwaltschaft wirft einem 38-jährigen Maschinenbauer nun genau das vor. Der Mann steht seit Mittwoch vor dem Landgericht Moabit. Der Anklage zufolge soll er im Mai vergangenen Jahres drei Frauen zunächst betäubt und dann während ihrer Bewusstlosigkeit vergewaltigt haben. Darüber hinaus soll er die Taten teilweise auch noch gefilmt haben. Ob es sich bei dem Angeklagten um einen skrupellosen Sextäter handelt, ist allerdings noch unklar. Am ersten Verhandlungstag bestritt der 38-Jährige die Vorwürfe vehement.

Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft soll der Mann zwischen dem 26. und 28. Mai 2012 zweimal eine junge Frau mit in seine Wohnung genommen und heimlich Schlafmittel in deren Getränke oder Speisen gemischt haben. Die bewusstlosen Frauen soll er vergewaltigt und mit einer Handykamera gefilmt haben. Eine weitere, ähnliche Tat soll der 38-Jährige bereits im November 2011 begangen haben. Damals soll er die Betäubungsmittel in eine Pizza gemischt haben.

Halluzinationen, Angstzustände und Gleichgewichtsstörungen hätten die Betäubungen mit den handelsüblichen Schlaf- und Beruhigungsmitteln bei den jungen Frauen ausgelöst, sagte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft. Zudem hätte der Angeklagte mit der Dosierung der Mittel das Risiko eines Atemstillstandes bei den Opfern in Kauf genommen, führte die Anklagevertreterin weiter aus.

Am Anfang der Verhandlung stand ein Verständigungsvorschlag des Gerichts. Maximal sechs Jahre bei einem umfassenden Geständnis. Andernfalls drohe bei einer Verurteilung durchaus eine Strafe im zweistelligen Bereich, stellte der Vorsitzende unmissverständlich klar. Das Angebot blieb ohne Wirkung, der 38-Jährige bestritt die Taten. In einem Fall habe er zwar einen Annäherungsversuch unternommen, sei aber abgewiesen worden und habe die junge Frau danach nach Hause gebracht. In einem zweiten Fall sei es zwar zum Sex gekommen, dies aber einvernehmlich und ohne jeden Einsatz von Betäubungsmitteln. Nur die Pillen in der Pizza räumte der Angeklagte ein. Er habe sich über die Frau geärgert, ihr aber weiter nichts getan. Der Prozess wird am 13. März fortgesetzt, dann müssen vermutlich die Frauen aussagen.