Gesundheit

Grippefälle in Berlin und Region nehmen wieder ab

Fast 900 Influenza-Kranke seit Jahresbeginn

Der Höhepunkt der Grippewelle in Berlin und Brandenburg könnte bereits überschritten sein. Laut dem jüngsten epidemiologischen Wochenbericht der Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) unter Federführung des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind die von ausgewählten Arztpraxen gemeldeten Daten zu akuten Erkrankungen in der siebten Kalenderwoche rückläufig. Verglichen mit 2012 und 2011 lagen die Werte gleichwohl weiterhin auffällig hoch. Die AGI geht davon aus, dass die Grippewelle in diesem Jahr von Norden und Osten ausging und sich nun Richtung Süden und Westen der Bundesrepublik verstärkt ausbreitet.

Der sogenannte Praxisindex für akute Atemwegserkrankungen, ein Instrument der AGI zur Einschätzung der Epidemie, war in Berlin und Brandenburg noch eine Woche zuvor mehr als doppelt so hoch als normal. Im vergangenen Winter hatte er nur geringfügig über dem Jahresdurchschnitt, in den ersten Januarwochen sogar darunter gelegen. Auch Anfang 2011 war ein deutlich erhöhter, aber längst nicht so hoher Index wie jetzt errechnet worden. Mehr als die Hälfte der Erkrankungen sei derzeit grippebedingt, hieß es am Mittwoch aus dem RKI.

Berliner Arztpraxen hatten sei Jahresbeginn 899 Patienten mit erwiesener Influenza-Indikation gemeldet. Den bisherigen Höhepunkt gab es in den ersten beiden Februarwochen mit jeweils 347 beziehungsweise 348 Verdachtsfällen. Zwei Menschen sind in den ersten Wochen dieses Jahres an der Grippe gestorben. Am 14. Februar erlag eine 84-Jährige aus Marzahn-Hellersdorf einem aggressiven Influenza-Virus Typ A. Anfang vergangener Woche starb ein herzkranker Neuköllner. Die Sprecherin der Senatsgesundheitsverwaltung, Franciska Obermeyer, warnte aber vor Panik. 2010 und 2011 hatte die Hauptstadt mehr grippebedingte Todesfälle zu verzeichnen. Der Praxisindex der AGI hatte im Winter 2008/2009 ebenfalls über den aktuellen Werten gelegen.