Arnos Woche

Die Zukunft ist da

Arno Müller über modernes Carsharing

Vor etwa zehn Jahren hat der Zukunftsforscher von Mercedes Benz bei uns im Sender einen Vortrag gehalten. Den Namen des Mannes habe ich leider vergessen. Was ich aber noch ganz genau weiß ist, was er uns damals erzählt hat. Er stellte ein Konzept vor, bei dem in den Städten der Welt niemand mehr ein eigenes Auto haben müsste. Überall würden Autos stehen, die jeder nutzen könnte, und dass man das geliehene Fahrzeug dann einfach wieder abstellen würde.

Die Zukunft ist längst Realität geworden. Auch in Berlin gibt es inzwischen Anbieter, die diese Idee umgesetzt haben. Darunter „Car2Go“ von Daimler mit Smarts und „Drive now“ von BMW mit Minis. Man meldet sich online an, geht in eine Filiale in seiner Nähe und bekommt dort schnell und unkompliziert seinen Teilnehmerausweis. Mit einer App findet man dann das nächste freie Auto und mit dem Ausweis öffnet und schließt man die Fahrzeuge beziehungsweise beginnt und endet die Mietzeit. Man zahlt im Minutentakt. Parkgebühren und Benzin sind im Preis enthalten. Das ist wirklich super und ich bin selbst seit einigen Monaten bei den erwähnten Firmen angemeldet und nutze diesen Service oft, wenn ich mit einem kleinen Auto schnell in die Stadt fahren möchte.

Eine Sache stört mich allerdings enorm: Es gibt ausgewiesene Geschäftsgebiete. Nur hier darf man die Autos am Ende seiner Mietfahrt wieder abstellen und damit die Miete beenden. Ich wohne im Grunewald in der Nähe der Koenigsallee. Bei „Car2go“ gehört das gerade noch in den erlaubten Bereich. Bei „Drive now“ nicht mehr. Das verstehe ich nicht. Ich würde gerne einmal die Begründung für diese Entscheidung hören. Wollen sie die Grunewalder nicht als Kunden? Denkt man dort vielleicht, die hätten genug Geld, die sollten sich ihre Minis selbst kaufen?

Jedenfalls hat der Zukunftsforscher bei seinem Vortrag nicht mit einem Wort erwähnt, dass ein Wohngebiet, das nur ein paar 100 Meter vom Kurfürstendamm entfernt liegt, nicht mehr zur Berliner Innenstadt gehört.