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Vattenfall zahlt Entschädigung

Nach dem Stromausfall in Charlottenburg: Konzern entschuldigt sich mit 20 Euro

Der Energiekonzern Vattenfall entschuldigt sich bei rund 1500 Haushalten in Charlottenburg, die am vergangenen Dienstag von einem fast dreistündigen Stromausfall betroffen waren: Jeder Haushalt, sagt Unternehmenssprecher Hannes Höhnemann, erhalte als Wiedergutmachung einen Betrag von 20 Euro. Einzige Voraussetzung: Der Haushalt muss mindestens drei Stunden vom Stromnetz abgeschnitten gewesen sein. „Damit lösen wir ein Versprechen ein, das wir unseren Kunden gegeben haben“, so der Sprecher.

Die Kulanzregelung zur Entschädigung, die das Unternehmen bereits im Jahr 2011 ausrief, gilt auch für alle Haushalte, die nicht bei dem schwedischen Energieversorger Kunde sind, weil er die Hauptstädter als Grundversorger mit Strom beliefert. „Betroffene melden sich bitte formlos per E-Mail, Post oder Telefon“, sagt Höhnemann.

Mehr Informationen finden Berliner unter der Internetseite www.vattenfall.de/kundenversprechen. Unter Tel. 030-492020294 kann das Kulanzgeld beantragt werden. Nach einer Überprüfung der Wohn- und Kontaktdaten, sagt Höhnemann, überweise der Stromkonzern 20 Euro Entschädigung. Insgesamt mussten 2800 Haushalte zumindest kurzzeitig am Dienstag auf Strom verzichten. Außerdem betraf der Stromausfall rund 300 Gewerbebetriebe. Allerdings nur etwa 1500 Haushalte, die jetzt Anspruch auf Kulanz haben, waren fast vier Stunden vom Stromnetz ausgeschlossen.

Grund für den Blackout sei laut dem Stromversorger „ein seltener mehrfacher Kabelfehler im Mittelspannungsnetz“ gewesen. „Am Dienstag handelte es sich um einen kompliziertes Problem. Ein Kollege musste herausfahren zur betroffenen Netzstation und den Fehler direkt vor Ort beheben“, erklärt der Sprecher. In Berlin stehen rund 7000 solcher Netzstationen: kleine Umspannwerke, die den Strom in weniger Volt starke Spannung umwandeln.

Im vergangenen Jahr habe es insgesamt rund 2000 Ausfälle in der Hauptstadt gegeben, sagt Höhnemann.Im Schnitt habe jeder Berliner statistisch 12 Minuten ohne Strom auskommen müssen. Im Vergleich steht Berlin gut da: In München waren es im vergangenen Jahr 15 Minuten.

Durch Berlin zieht sich das größte innerstädtische Verteilnetz ganz Deutschlands – mit rund 35.000 Kilometer Länge (das Hamburger Stromnetz hat eine Länge von nur 27.000 Kilometern).