Baubericht

Eindringendes Wasser und fehlende Stufen

Ein Bericht der Soko BER listet weitere Baumängel am Flughafen auf

Der Flughafen BER bleibt sich zum Jahresende in einer Sache treu: Die Erwartungen werden eher enttäuscht als erfüllt. Eigentlich hätten die Bauarbeiten am neuen Hauptstadt-Airport spätestens Mitte Dezember wieder auf voller Kraft laufen sollen. Dieses Ziel hatte sich die Flughafengesellschaft nach der Aufsichtsratssitzung Anfang September selbst gesetzt. Nur so könne der Flughafen rechtzeitig fertig gebaut werden, hieß es. Damals wurde der 27. Oktober 2013 als neuer Starttermin festgelegt.

Seit der Absage der für Juni 2012 geplanten Eröffnung ruhen die Arbeiten aber weitgehend. Etwa 300 Arbeiter sind seit Anfang November auf der Baustelle in Schönefeld zugange. Nach seinem Amtsantritt Anfang August wollte sich der neue Technikchef Horst Amann erst einen Überblick verschaffen. Dabei stieß er auf immer neue Probleme. In der Hektik unmittelbar vor der Terminsabsage ist auf der Baustelle einiges durcheinandergeraten. Amann fehlen daher nach wie vor Ausführungspläne, die er an die Baufirmen weitergeben kann.

Entsprechend schlecht fiel das Urteil der Soko BER aus dem Bundesverkehrsministerium nach einer Tour über die Baustelle aus. Der Leiter der Soko, Staatssekretär Michael Odenwald, hatte die Baustelle am 13. Dezember besichtigt. "Der Gesamteindruck war, dass sich im Vergleich zum letzten Besuch am 31. August 2012 im Terminalbereich weiterhin nur geringfügige Aktivitäten wahrnehmen lassen", zitiert die "Bild am Sonntag" dazu aus einem Protokoll über den Rundgang.

Weitere Probleme

Zudem sollen die Soko-Mitarbeiter neue Planungspannen und Baumängel bemerkt haben, die von Flughafenchef Rainer Schwarz und Technikchef Horst Amann dringend abgestellt werden sollen. Angeblich läuft am Flughafen-Bahnhof je nach Windrichtung Regenwasser von der westlichen Terminalfassade direkt in die Öffnungen des Lüftungssystems. Zudem habe das Brandschutzkonzept des Bahnhofs keine Verbindung zur Brandmelderanlage des Flughafens, heißt es weiter. Doch das ist noch nicht alles. So wurden bei den Wandverkleidungen von Aufzügen offenbar keine brandsicheren Dübel eingebaut. Zudem seien die Rolltreppen zwischen Bahnhof und einem anschließenden Gebäude zu kurz. Hier sollen einige Stufen fehlen. Laut dem Protokoll gebe es am Flughafen "mehrere Tausend Quadratmeter, die sich im Rohbauzustand befinden".

Anfang Dezember und damit nur eine Woche vor dem Rundgang der Soko führte Technikchef Amann die Mitglieder des Aufsichtsrats über die Baustelle. Doch im Anschluss hieß es nur, dass die Arbeiter damit beschäftigt seien, die Probleme mit der Brandschutzanlage und den Kabeltrassen zu lösen. So muss bei rund 100 Mietern von Restaurants und Geschäften die Inneineinrichtung wieder herausgerissen werden. Amann hatte zuvor festgestellt, dass Kabel dort falsch verlegt worden waren. Sollte die Brandschutzanlage bis Februar die vorgesehenen Tests nicht bestehen, sind größere Umbauarbeiten notwendig. In dem Fall gilt eine erneute Terminverschiebung als unausweichlich.