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BerlinRadar

Charlottenburg-Wilmersdorf: Im Bezirk sollen 11.000 Stolpersteine verlegt werden ++ Neukölln: Menschenkette gegen Rechts in der Hufeisensiedlung ++ Steglitz-Zehlendorf: Feuerbachbrücke soll vor Tauben geschützt werden ++ Marzahn-Hellersdorf: Bürgerinitiative formiert sich gegen Schnellstraße ++ Reinickendorf: Konzernspitze von C & A bekennt sich zu Tegel

Im Bezirk sollen 11.000 Stolpersteine verlegt werden

- Ziel der Stolperstein-Initiative im Bezirk ist es, langfristig rund 11.000 Steine zu verlegen. So viele Menschen wurden in Charlottenburg-Wilmersdorf deportiert und ermordet während der Zeit des Nationalsozialismus. Insgesamt wurden 55.000 Berliner Juden ermordet. Fast 1900 Steine wurden bislang im Rahmen des Kunst- und Gedenkprojekts des Kölner Künstlers Gunter Demnig im Bezirk verlegt. "Die Tendenz ist steigend", wie der Koordinator Helmut Lölhöffel sagte. In den vergangenen zwei Jahren wurden jeweils 400 Steine installiert. Für das Jahr 2013 liegen bereits 250 Anmeldungen vor. In der überparteilichen Stolperstein-Initiative engagieren sich rund 14 Mitglieder, darunter die Landespolitiker Wolfgang Lüder und Franziska Eichstädt-Bohlig sowie Monika Wissel, die von 1989 bis 2000 Charlottenburger Bezirksbürgermeisterin war, und der Kunstmäzen Peter Raue.

Menschenkette gegen Rechts in der Hufeisensiedlung

- Das neu gegründete "Aktionsbündnis Britz gegen Neonazis" hat am Donnerstagabend eine Lichterkette gebildet. Unter dem Motto "Britz und die Hufeisensiedlung sind bunt - aber nicht braun" formierten sich mehr als 700 Menschen. Sie protestierten damit gegen zunehmende rechtsextreme Übergriffe, die Drohanrufe, Gewalttaten und Brandanschläge umfassen.

Feuerbachbrücke soll vor Tauben geschützt werden

- Die Feuerbachbrücke soll mit einem wirksamen Schutz vor Tauben ausgestattet werden. Das haben die Bezirksverordneten beschlossen. Dabei werden Erfahrungen mit "betreuten Taubenschlägen" aus anderen Bezirken berücksichtigt. Netze unterhalb der Brücke waren mehrfach zerstört und 2011 schließlich ganz abgenommen worden.

Bürgerinitiative formiert sich gegen Schnellstraße

- Die "Bürgerinteressengemeinschaft - Wir sind Biesdorf-Süd" hat sich jetzt gegen drohende Verkehrsbelastungen von Wohngebieten durch die Tangentiale Verbindung Ost (TVO) gebildet. Sprecher Andreas Jehmann: "Wir wehren uns weiter gegen Pläne des Senats, das letzte Teilstück der Stadtschnellstraße gänzlich östlich der Eisenbahnstrecke zu bauen und Zubringerstraßen durch die Siedlungsgebiete zu führen." Verkehrssenator Michael Müller (SPD) waren Listen mit 534 Unterschriften übergeben worden. Dabei habe der Senator aber deutlich gemacht, so Jehmann, dass die östliche Trassenführung finanziell wohl die günstigste Variante sei. Jehmann befürchtet: "So wird sich unser Wohnumfeld nachhaltig negativ verändern." Anwohner würden faktisch durch eine Lärmschutzwand im Vorgarten vertrieben. Von Müller sei aber zugesagt worden, die Initiative an den TVO-Planungen zu beteiligen.

Konzernspitze von C & A bekennt sich zu Tegel

- Das Modehaus C & A bleibt in Tegel. Die Düsseldorfer Zentrale des Unternehmens hat sich in einem Brief an den Reinickendorfer CDU-Abgeordneten Tim-Christopher Zeelen klar zu dem Standort an der Berliner Straße bekannt. Zeelen hatte wegen anhaltender Gerüchte über Schließungsabsichten die Konzernspitze um Klarheit gebeten. Er sagt, nach dem Wegfall von Hertie wäre ein Aus von C & A ein weiterer herber Verlust für Tegel gewesen. Gerade für die vielen kleinen mittelständischen Unternehmen seien große Ankermieter wichtig. Derzeit läuft eine Postkartenaktion des Abgeordneten. Er möchte gemeinsam mit den Anwohnern das Modehaus Peek & Cloppenburg für Tegel gewinnen, um das leere frühere Karstadt/Hertie-Kaufhaus in der Fußgängerzone zu beleben.

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