Straßenbau

IHK und ADAC: Neuer Zeitplan fürs Adlergestell

Umbau der Verkehrsader schon 2013 in der Kritik

Die Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK) und der ADAC Berlin-Brandenburg fordern den Senat auf, seine Pläne für den Umbau des Adlergestells vorerst auszusetzen. Laut den Planungen soll die Ausfallstraße im Südosten der Stadt vom Frühjahr 2013 an schrittweise von derzeit drei auf zwei Fahrspuren pro Richtung reduziert werden. Zunächst ist der Rückbau auf dem Abschnitt zwischen Dörpfeldstraße und Glienicker Weg - zeitgleich mit Leitungsarbeiten der Berliner Wasserbetriebe - vorgesehen. Voraussichtlich 2015 soll das Adlergestell auf diesem Abschnitt endgültig weniger Spuren für Autos haben. Fuß- und Radwege werden dafür verbreitert.

Das Vorhaben wurde mit dem Bau der Autobahn A113 und der Entscheidung zur Verlängerung der A100 bis Treptow beschlossen. Die Autobahnen sollen den Verkehr bündeln. Parallele Straßen wie das Adlergestell sollen so entlastet und entsprechend zu Gunsten von Fußgängern, Radfahrern und öffentlichen Verkehrsmitteln umgestaltet werden.

Umstritten ist deshalb nicht der Umbau des Adlergestells an sich, der Zeitplan des Senats stößt aber auf harsche Kritik bei Verbänden und Anwohnern. Mehrere Bürgerinitiativen haben sich bereits gegründet. ADAC-Verkehrsexperte Jörg Becker steht in regem Kontakt mit den Anwohnern und spricht angesichts des angestrebten Baustarts im Frühjahr kommenden Jahres von "absolutem Schildbürgertum". Bis die verlängerte A100 eröffnet werde, bleibe das Adlersgestell eine wichtige Zubringerstraße für die östliche Innenstadt, argumentiert Becker.

IHK-Hauptgeschäftsführer Christian Wiesenhütter fordert den Senat auf, die Verengung des Adlergestells mindestens auf die Zeit nach der Eröffnung des neuen Hauptstadtflughafens BER in Schönefeld zu verschieben. Geplanter Starttermin für den Airport ist wie berichtet der 13. Oktober 2013. "Mit einem Rückbau des Adlergestells vor der BER-Eröffnung fehlt jeglicher Praxistest", sagt Wiesenhütter.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung ist um Entspannung bemüht. Bisher sei der genaue Baubeginn noch gar nicht terminiert, sagt Sprecherin Petra Rohland. Sollten die Wasserbetriebe beschließen, dass die Leitungsarbeiten noch warten könnten, könne auch die Senatsverwaltung mit einer Verschiebung auf die Zeit nach der BER-Eröffnung leben.