Nahverkehr

Schnee, Eis und Technikpannen behindern S-Bahn

"Witterungsbedingt kommt es im gesamten Netz zu Verspätungen und Ausfällen."

Dieser Satz stand am Mittwoch den gesamten Tag über auf der Internetseite der Berliner S-Bahn. Für die Fahrgäste war das nichts Neues. Schon seit Tagen sorgt das Winterwetter für zum Teil erhebliche Einschränkungen im S-Bahn-Verkehr.

Am Mittwoch kamen jedoch auch noch technische Störungen an der Infrastruktur und den Fahrzeugen hinzu. Weil im Grunewald ein Signal an der Linie S7 streikte, konnten die Züge auf der wichtigen Verbindung zwischen Potsdam und Westkreuz seit dem frühen Nachmittag nur noch im 20-Minuten-Takt fahren und nicht wie üblich alle zehn Minuten. In den Bahnhöfen Eichborndamm (Linie S25) und Schöneweide (S46) blieben am späten Vormittag Züge nach Technikpannen zeitweise liegen und blockierten die Gleise.

Eis und Schnee machten der Berliner S-Bahn bereits seit den frühen Morgenstunden zu schaffen. Einzelne Ausfälle und Verspätungen gab es im Berufsverkehr auf fast allen Linien, vor allem traf es aber die Fahrgäste der S3 (Erkner-Ostkreuz) und der S7 (Potsdam-Ahrensfelde). Auf der S3 erwiesen sich erneut die Züge der noch zu DDR-Zeiten entwickelten Baureihe 485 als wenig winterfest, wie ein S-Bahnsprecher bestätigte. Vereiste Türen und Antriebsstörungen sorgten bei den wegen ihrer ehemals roten Lackierung als "Coladosen" bekannten Fahrzeugen für erhebliche Probleme. Um ein Chaos auf der Linie im Osten der Stadt zu vermeiden, zog die S-Bahn Züge der modernsten Baureihe 481 von anderen Linien ab. Deshalb wurde etwa der Takt der S75 (Wartenberg-Westkreuz) ausgedünnt.

Auf der S7 sorgte nach Angaben des S-Bahn-Sprechers ein anderes Winterproblem für Einschränkungen. Auf glatten Schienen rutschen die Züge beim Bremsen und Beschleunigen stärker als sonst. Als Gegenmittel wird bei den meisten Fahrzeugen der S-Bahn-Flotte automatisch Sand zwischen Schiene und Rad gestreut. Am Mittwoch musste so viel "gesandet" werden, dass die Reservebehälter der Züge sich schnell leerten. Ohne funktionierende Besandungsanlage dürfen die S-Bahnen nur noch maximal 60 Stundenkilometer schnell fahren. Durch das erzwungene Tempolimit kam es auf der Stadtbahn zu Verspätungen.