Kriminalität

Vier Raubüberfälle an einem Abend

Täter erbeuten Bargeld und sprühen einer 42-Jährigen Pfefferspray ins Gesicht

Innerhalb von knapp fünf Stunden haben unbekannte Täter am Freitagabend drei Geschäfte und einen Pizzaboten überfallen. Bis auf die Angestellte eines Spielcasinos, der die Räuber Pfefferspray in die Augen sprühten, blieben die Opfer unverletzt. Die Taten ereigneten sich in Reinickendorf, Kreuzberg, Spandau und Lichtenberg. In allen Fällen fahndet die Polizei noch nach den Tätern.

Gegen 17.30 Uhr betrat ein mit einer Machete bewaffneter Mann eine Apotheke an der Holländerstraße in Reinickendorf und zwang den Besitzer, die Kasse zu öffnen. Als der Apotheker (48) dies tat, raffte der Räuber eine unbekannte Summe Bargeld an sich und flüchtete auf einem Fahrrad in den Vierwaldstätter Weg. Dort verlor sich seine Spur. Der Apotheker kam mit dem Schrecken davon. Er alarmierte die Polizei, doch eine Sofortfahndung blieb ohne Erfolg.

Eine knappe Stunde später überfielen zwei Männer ein Spielcasino an der Reichenberger Straße in Kreuzberg. Die Täter gaben sich zunächst als Kunden aus und setzten sich an zwei Spielgeräte. Nachdem sie eine Weile gespielt hatten, kam die 42 Jahre alte Angestellte zu ihnen, um die Bestellung aufzunehmen. In dem Moment zog einer der beiden eine Dose Pfefferspray hervor und sprühte der Mitarbeiterin den Reizstoff ins Gesicht. Sein Komplize lief zur Kasse und bediente sich am vorhandenen Bargeld. Nach Angaben von Zeugen flüchteten die Täter anschließend in Richtung Görlitzer Park. Die Angestellte erlitt Augenreizungen, wollte jedoch nicht ins Krankenhaus eingeliefert werden. Laut Polizei gab sie gegenüber den Rettungskräften an, selbstständig einen Arzt aufsuchen zu wollen.

Im dritten Fall lockten die Täter ihr Opfer in einen Hinterhalt. Gegen 21.40 Uhr bestellten die beiden Männer bei einem Pizza-Lieferservice Essen und nannten eine Adresse an der Straße Felgenlake im Falkenhagener Feld. Als der Pizzabote kurz darauf in den Beerwinkel einfuhr und sein Auto parkte, lauerten die beiden maskierten Männer schon im Gebüsch. Als der 45-Jährige ausstieg, verstellten sie ihm den Weg und bedrohten ihn mit einer Schusswaffe. Das Opfer musste ihnen sein Portemonnaie und sein Handy geben. Dann flüchteten die Täter.

Gegen 22 Uhr kam es dann in einem Lichtenberger Lebensmittelladen zu einem vierten Raubüberfall. Zunächst betrat nur ein Mann den Laden an der Bürgerheimstraße und tat so, als ob er sich umschauen wolle. Kurz darauf folgten ihm zwei maskierte Männer, woraufhin sich auch der erste eine Maske überzog. Die Täter bedrohten die 26-jährige Verkäuferin und ihren 21-jährigen Kollegen mit Pistolen und forderten die Tageseinnahmen. Mit der Beute flüchteten sie in unbekannte Richtung. Die Täter sollen alle zwischen 20 und 30 Jahre alt und dunkel gekleidet gewesen sein. Einer soll 1,75 bis 1,80 Meter groß sein. Die beiden anderen wurden als rund zehn Zentimeter kleiner beschrieben. Ein Raubkommissariat des Landeskriminalamts hat die Ermittlungen übernommen.