Genuss

Selbst gebacken ist halb geschenkt

Kulinarische Präsente zur Weihnachtszeit, Teil 2

Der Duft nach Frischgebackenem wird immer stärker. Er zieht aus der Küche heraus in jeden Winkel der kleinen Dachgeschosswohnung. Sascha Weber öffnet mit einem Geschirrhandtuch in der Hand die Ofenklappe und nimmt eine Kastenform heraus. "Fertig. Aber es muss noch abkühlen, bevor wir es aufschneiden", sagt er. Sein Früchtebrot hat gerade eine Stunde im Backofen verbracht. Der 36-Jährige, der in Gatow wohnt und ursprünglich aus Aachen stammt, verschenkt zu Weihnachten gerne Selbstgebackenes - zur Freude seiner Familie, Freunde und Kunden. Weber ist Koch und leitet das Cateringunternehmen Perfect cook.

Am meisten freue sich seine Mutter. "Sie liebt getrocknete Früchte und Nüsse und bekommt dieses Jahr eine große Portion Früchtebrot ab", sagt Sascha Weber. In den Jahren zuvor hat er in der Adventszeit Lebkuchen oder Stollen gebacken und verschenkt. Dieses Jahr sollte es etwas anderes sein. "Früchtebrot zuzubereiten macht besonders viel Spaß, finde ich. Weil es ein so großes Sammelsurium von Zutaten enthält und am Ende ergeben sie gemeinsam einen so guten Geschmack."

Er verwendet nicht nur seine Kastenform, sondern füllt auch Muffinförmchen mit dem Teig. "Ich habe auch kleine Männchen und Tannenbäume aus Silikon, an ihnen bleibt nichts haften. Und sie sehen nett aus."

Normalerweise kann Butter zum Früchtebrot gereicht werden. Sascha Weber hat sich aber interessante Alternativen überlegt: Pikante Feigenbutter und Apfel-Zimt-Crème. "Ich finde, sie passen gut zu den Zutaten, die im Brot stecken und sind gleichzeitig nicht zu vorherrschend. Und auf den Früchtebrot-Muffins sind sie ein hübsches Topping."

Früchtebrot

Zutaten:

200 Gramm weiche Butter

200 Gramm Zucker

4 Eier

100 Gramm Speisestärke

200 Gramm Mehl

1 Päckchen Backpulver

25 Gramm Kakao

1 Esslöffel Honig

125 Gramm Haferflocken

50 Gramm getrocknete Datteln

50 Gramm Rosinen

50 Gramm Zitronat

50 Gramm getrocknete Aprikosen

30 Gramm kandierten Ingwer

60 Gramm getrocknete Feigen

60 Gramm gehackte Mandeln

60 Gramm gehackte oder ganze Haselnüsse

1 Esslöffel brauner Rum oder Rumaroma

50 Gramm gewürfelte Marzipanrohmasse

50 Gramm ungesalzene Cashewkerne oder Walnüsse

Zubereitung: Die weiche Butter mit dem Zucker und den Eiern schaumig schlagen. Speisestärke, Mehl, Kakao und Backpulver mischen und unterheben. Rum und Honig dazugeben, sowie Haselnüsse, Mandeln und Haferflocken unterrühren. Trockenfrüchte in kleine Stücke schneiden. "Die Trockenfrüchte können beliebig ausgetauscht werden", erklärt Sascha Weber. "Zum Beispiel durch Cranberries, Pistazien, Pflaumen, getrocknete Äpfel oder Birnen - wonach einem gerade ist. Nur nichts Säuerliches hinzufügen." Dann Marzipanrohmasse, Cashewkerne, Zitronat und Trockenfrüchte mit dem Kochlöffel unterheben, bis alles gut durchgemischt ist. In die gefettete oder mit Backpapier ausgelegte Kastenform füllen und mit einem befeuchteten Teigschaber glatt streichen. "Herausstehende Stücke kokeln an", sagt Sascha Weber. Anschließend bei vorgeheizten 170 Grad (Umluft) 60 bis 70 Minuten backen. "Man kann versuchen, am Ende mit einem Holzstab zu testen, ob es fertig ist", sagt Sascha Weber und lacht, "aber man erwischt garantiert eine Trockenfrucht und das verfälscht das Ergebnis." Das Früchtebrot bleibt in Alufolie frisch. "Mindestens einige Tage."

Pikante Feigenbutter

Zutaten:

125 Gramm weiche Butter

2 Esslöffel roter Feigensenf

Fruchtfleisch einer Feige

1 Prise Salz

Zubereitung: Alles gut vermischen, kühl stellen.

Apfel-Zimt-Crème

Zutaten:

150 Gramm Frischkäse

1 kleiner Apfel (ersatzweise Birne)

1 Teelöffel gemahlener Zimt

1 Teelöffel Honig

1 Prise Salz

1 Teelöffel Zucker

20 Gramm Butter

Zubereitung: Apfel in kleine Würfel schneiden. "Nicht reiben, weil der Apfel sonst zu viel Wasser verliert", sagt Sascha Weber. Butter in einer Pfanne schmelzen, Zucker dazugeben und karamellisieren, ohne dass er braun wird. Apfelwürfel dazugeben und die Masse etwas abkühlen lassen. "Ich gebe dann erst den Zimt dazu, damit er nicht verbrennt." Honig und Frischkäse hinzufügen und alles gut durchmischen. "Falls es zu fest sein sollte, kann man einen Schuss Milch dazugeben", sagt Sascha Weber. Für ihn passt sein Geschenk perfekt zur Jahreszeit. "Früchtebrot ist etwas Winterliches, es wird nicht nur gerne in der Vorweihnachtszeit gegessen", sagt er. "Und außerdem fördert es wegen der ganzen Trockenfrüchte die Verdauung - das wiederum passt sehr gut zu unserer jahreszeitbedingt oft deftigen Küche."