Hanns Eisler-Absolventin

Berliner Sängerin schafft es bis ins Halbfinale

Bundeswettbewerb Gesang geht in die letzten Runden

Beim 41. Bundeswettbewerb Gesang ist die 26-jährige Bele Kumberger aus Berlin eine von 22 jungen Sängern und Sängerinnen, die es ins Halbfinale geschafft haben. Am Mittwoch hatte die Hanns Eisler-Absolventin der elfköpfigen Jury im kleinen Saal des Konzerthauses am Gendarmenmarkt vorgesungen, nachdem sie Mitte Oktober die Vorauswahl bestanden hatte. 44 Nachwuchssänger im Alter zwischen 23 und 30 Jahren hatten sich allein in der Berliner Vorauswahl vorgestellt, insgesamt gab es 232 Teilnehmer im Haupt- und Juniorwettbewerb. Die Berliner Morgenpost hatte damals Bele Kumberger und einen Sänger im Juniorwettbewerb vorgestellt und während des Auftritts begleitet.

Mit "Mandoline" von Claude Debussy, "Die Nachtigall" von Alban Berg und der Ännchen-Arie aus Webers Oper "Der Freischütz" beeindruckte Bele Kumberger die Jury nun offenbar ein weiteres Mal. Obwohl sie vorher sehr aufgeregt gewesen sei, war sie zufrieden mit ihrem Auftritt. "Es hat zwar nicht alles so geklappt, wie ich es mir gewünscht hätte, aber insgesamt lief es gut." Nach der Ergebnisverkündung am Mittwochnachmittag war der Stress der vergangenen Tage vergessen: "Ich freue mich sehr. Und jetzt wird weiter geprobt." Denn am heutigen Donnerstag folgt schon der nächste Auftritt: Alle 22 Sängerinnen und Sänger müssen vor einer erweiterten Jury singen, Freitag soll bekannt gegeben werden, wer im Finale ist.

Der Direktor der Komischen Oper Berlin, Philip Bröking, sitzt zum vierten Mal in der Jury. Das Niveau der Wettbewerbsteilnehmer sei in diesem Jahr "oberes Mittelfeld", sagte er. "Es sind Leute dabei, die eine gute Chance haben, in dem Beruf zu arbeiten." Für die Auswahl spiele eine Reihe von Kriterien eine Rolle, "unter anderem die Qualität der Stimme, Musikalität, Interpretation, Präsentation, Technik, aber auch Persönlichkeit." Und nicht zuletzt: der erste Eindruck. Beim Vorsingen - ganz gleich, ob für einen solchen Wettbewerb oder eine Rollenbesetzung - sei es wichtig, "dass jemand das Publikum erreichen will, Lust und Energie müssen spürbar sein. Die Hälfte der Leute kann das leider nicht vermitteln".

Die zwölf Wettbewerbsteilnehmer aus ganz Deutschland, die letztendlich ins Finale kommen, müssen das aber können. Sieger des Bundeswettbewerbs Gesang wird schließlich, wer beim Konzertabend am 26. November in der Komischen Oper Berlin in Begleitung des Orchesters Publikum und Jury überzeugt.

Für Bele Kumberger ist ihr Weiterkommen im Wettbewerb schon jetzt ein Zeichen dafür weiterzumachen. Nach dem Diplom will sie nun noch ihren Master bestehen. Und an ihrem Traum, als Opernsängerin zu arbeiten, weiterfeilen. Die ersten Schritte dafür sind getan. Bei den Salzburger Osterfestspielen wird sie unter der Leitung von Christian Thielemann ihr Debüt als Blumenmädchen in Wagners Parsifal geben.