Personalien

Polizeipräsident: Kandidat Keese will Klage prüfen

Der Berliner Senat will sich an diesem Dienstag für einen neuen Berliner Polizeipräsidenten entscheiden - womöglich mit einem juristischen Nachspiel.

Nach Informationen der Berliner Morgenpost soll die Wahl auf Empfehlung von Innensenator Frank Henkel (CDU) auf den Chef der Bundespolizeidirektion Berlin, Klaus Kandt, fallen. Dessen Mitbewerber Klaus Keese will in diesem Fall eine Klage prüfen. "Ich werde mich mit meinem Anwalt beraten, sobald ich das Ablehnungsschreiben erhalten habe", sagte der Leiter der Berliner Polizeidirektion 1 am Montag.

Nach der Entscheidung für einen Polizeipräsidenten haben die unterlegenen Kandidaten 14 Tage Zeit, Einspruch einzulegen. Der 61-jährige Keese war schon im Vorjahr mit seiner Bewerbung gescheitert. Danach hatte er vor Gericht zweimal das Auswahlverfahren gestoppt. Ob auch andere Mitbewerber eine Klage erwägen, wurde zunächst nicht bekannt.

Unklar ist auch, ob Polizeivizepräsidentin Margarete Koppers in der bundesweit größten Landespolizei bleiben wird. Dies hatte die 50-Jährige bislang stets offen gelassen. Nach Dieter Glietschs Ausscheiden im Sommer 2011 hatte die Juristin die Behörde rund anderthalb Jahre kommissarisch geleitet. Zuletzt hatte sie Henkel mit einem indirekten Vorwurf der Parteilichkeit jedoch düpiert.

Sollte die Wahl auf den 52-jährigen Klaus Kandt fallen, hätte er sich gegen zuletzt vier von einst 18 Mitbewerbern durchgesetzt. Henkel hatte die Stelle im April neu ausschreiben lassen. Kandt war schon zu Jahresbeginn als Favorit seines Parteifreundes Henkel gehandelt worden Er war vor seinem Amt bei der Bundespolizeidirektion bereits Polizeipräsident von Frankfurt (Oder) und Potsdam.