Gedenken

Biografie würdigt Heinz Galinski zum 100. Geburtstag

Zum 100. Geburtstag Heinz Galinskis am 28. November ist eine neue Biografie über den langjährigen Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde zu Berlin und früheren Präsidenten des Zentralrats der Juden erschienen.

Der 1992 gestorbene Galinski sei einer der größten und wichtigsten Gestalter Nachkriegsdeutschlands gewesen, sagte der Direktor der Berliner Topographie des Terrors, Andreas Nachama, als Herausgeber des Bandes bei der Vorstellung des Werkes am Montag.

Mit seinem stetigen Kampf gegen Rechtsradikalismus und Antisemitismus habe er wesentlich mit dazu beigetragen, dass "Deutschland heute so ist, wie es ist", so Nachama. Der Generalsekretär des Zentralrats der Juden, Stephan Kramer, bezeichnet Galinski als einen "Politprofi", der Zeit seines Lebens kompromisslos für Freiheit und Demokratie einstand.

Für das mehr als 300 Seiten dicke Buch "Ich weiß, ich bin kein Bequemer" hat die Berliner Historikerin und Autorin Juliane Berndt Tausende von Schriftstücken, Korrespondenzen und Archivalien ausgewertet sowie Zeitzeugengespräche unter anderem mit Galinskis Ehefrau Ruth und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) geführt. Schäuble hatte als damaliger Kanzleramtsminister viel mit dem Zentralratspräsidenten zu tun.

Die Autorin beschreibt in ihrem Buch Galinskis Lebensweg von der Geburt 1912 im preußischen Marienburg über die Zwangsarbeit für Siemens, das Überleben in den Konzentrationslagern Auschwitz, Mittelbau-Dora und Bergen-Belsen, den Wiederaufbau der Jüdischen Gemeinde in Berlin bis zu seinem politischen Wirken als Zentralratspräsident und Mahner. Erschienen ist das Buch im be.bra Verlag in der Schriftenreihe über den Holocaust und seine Folgen des Berliner Touro College. Das neue Buch über Galinski kostet 19,95 Euro.