Gewalt

Flüchtlinge werfen Berliner Polizei Misshandlungen vor

Protestierende Flüchtlinge haben Polizisten Misshandlungen vorgeworfen.

- Sie kritisierten das Vorgehen der Einsatzkräfte bei der Räumung der nigerianischen Botschaft am 15. Oktober. "Ich wurde geschlagen und getreten", sagte Patras Bwansi aus Uganda. Er war vor drei Wochen bei der Besetzung der nigerianischen Botschaft dabei. "Die deutsche Polizei hat mich genauso behandelt wie die iranische", kritisierte Hatef Soltani, Flüchtling aus dem Iran, im Protestcamp am Berliner Oranienplatz. Die Polizei äußerte sich am Freitag zunächst nicht zu den Vorwürfen. Nach der Räumung der nigerianischen Botschaft waren drei Anzeigen gegen Polizeibeamte wegen unverhältnismäßiger Härte erstattet worden.

Die Flüchtlingsvertreter forderten die Abschaffung der Residenzpflicht. Außerdem lehnten sie Gemeinschaftsunterkünfte ab und protestierten gegen Abschiebungen.

Der Nigerianer Rex Osa von der Flüchtlingsorganisation "The Voice" kritisierte sein Heimatland wegen der Zusammenarbeit mit deutschen Behörden bei Abschiebungen. "Flüchtlinge werden in Deutschland kriminalisiert", beklagte er. Osa und andere Flüchtlinge bezeichneten die deutsche Polizei mehrfach als "rassistisch". Auch vor dem Brandenburger Tor protestieren Flüchtlinge für bessere Bedingungen für Asylbewerber. Sie kritisieren ebenfalls das Vorgehen der Polizei, die ihnen unter anderem Schlafsäcke und Matten wegnahm.