Mauerfall

Friedliche Revolution als Online-Schau

Google zeigt neue Kapitel über den Mauerfall

Wildfremde Menschen fallen einander in die Arme. Hunderte pickeln Brocken aus dem Beton. Der Fall der Berliner Mauer und der folgende Freudenrausch am zweiten Novemberwochenende 1989 ist der glücklichste Moment in der Geschichte der Stadt. Zum 23. Jahrestag hat das "Google Cultural Institute" jetzt seine Online-Sammlung um neue Kapitel erweitert. Der Revolution in den vormals kommunistischen Staaten ist nun ein besonders umfangreicher Teil dieser Internet-Ausstellung gewidmet, in Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern. Für die Ereignisse in Berlin haben das DDR-Museum an der Spree und die Robert-Havemann-Gesellschaft ihre Kompetenz und ihr Material eingebracht.

Die Online-Plattform des Google-Kulturinstituts führt unzählige Dokumente, Fotos und anderes Archivmaterial zu unterschiedlichsten Themen zusammen.

Zweck dieser Online-Sammlung ist es, einer breiten Öffentlichkeit Informationen über Zeitgeschichte zugänglich zu machen und historische Objekte für kommende Generationen zu bewahren. Jede der nun freigeschalteten virtuellen Ausstellungen beschreibt Ereignisse, die sich in der Zeit des Kalten Krieges in Deutschland, Polen oder Rumänien abgespielt haben.

Anhand von Dokumenten, Fotos, Videos und zum Teil sogar Augenzeugenberichten werden sowohl verschiedene Blickpunkte der zeitgenössischen Berichterstattung dargestellt, als auch subjektive Erfahrungen von Betroffenen geschildert. Die beiden deutschen Partner konzentrieren sich stark auf die friedliche Revolution und den Fall der Berliner Mauer. Dabei gibt es auch ungewohnte Formate. Die Ausstellung des DDR-Museums über die "Wendejahre" behandelt die Zeitspanne zwischen der Aufdeckung der Wahlfälschung in der DDR im Mai 1989 und der Wiedervereinigung im Oktober 1990 in Form eines fiktiven Tagebuches. Es erzählt die Erlebnisse eines unauffälligen DDR-Bürgers, der über die Veränderungen in der Politik berichtet, aber ebenso über die Scheidung seines Nachbarn.

Die Online-Ausstellung der Robert-Havemann-Gesellschaft, "Revolution in Berlin" befasst sich dagegen mit den dramatischen Ereignissen und der gespannten Atmosphäre in den Wochen vor dem Mauerfall. Sie berichtet von Ereignissen wie der größten Protestdemonstration seit 1953 und der anschwellenden Fluchtbewegung seit Sommer 1989. Viele der gezeigten Dokumente sind eingescannte, seltene Originale. Denn die Gesellschaft ist das Archiv der DDR-Opposition und verfügt über unzählige Flugblätter, Aufrufe oder Gründungsdokumente oppositioneller Gruppen. So kann man sich ein authentisches Bild von der Situation in der deutschen Hauptstadt machen, die im Herbst 1989 einer der wichtigsten Brennpunkte der Friedlichen Revolution war.

Google will mit seiner Cultural-Institute-Plattform das Museumswesen ändern. Durch den freien und kostenlosen Zugang via Internet soll der Umgang mit Bildung und Geschichte um eine neue Dimension erweitert werden. Ausstellungsräume weichen dem heimischen Sofa.

www.google.com/culturalinstitute