Neuer Studiengang

Die Zukunft kann beginnen

TU-Campus Euref startet innovativen Master-Studiengang am Gasometer

"Euref-Campus - Das Stadtquartier der Zukunft" steht auf der riesengroßen Übersichtstafel an der Einfahrt zur Torgauer Straße. Dort, unweit des Sachsendamms und der Stadtautobahn, sollen auf dem alten Gasometer-Gelände Konzepte und Modelle für die Stadt von morgen entwickelt werden. Von Firmen und Forschern, die sich der Nachhaltigkeit in den Bereichen Energie, Bauen und Mobilität verschrieben haben.

Auf den ersten Blick wirkt das 55.000 Quadratmeter große Areal mit dem alten Pförtnerhäuschen an der Zufahrt zwar noch nicht besonders visionär. Doch der Eindruck täuscht. Wo 1825 Berlins erstes Gaswerk gegründet wurde, haben sich bereits Firmen und Forschungseinrichtungen wie das Innovationszentrum für Mobilität (InnoZ) oder Climate KIC, das Klima-Netzwerk des Europäischen Instituts für Innovation und Technologie, angesiedelt. Ende des Jahres wird der erste von mehr als zwölf geplanten Neubauten fertig und auch die TU Berlin beherbergt hier ein ihr angegliedertes Institut - den TU-Campus Euref.

Gebäude am Wasserturm eröffnet

Dort startete mit Beginn des Wintersemesters 2012/13 bereits der erste neue Master-Studiengang "Energieeffizientes Bauen und Betreiben von Gebäuden" in dem ehemaligen Wasserturm gleich neben dem Gasometer. Am Freitag wurde der TU-Campus offiziell eröffnet.

"Die insgesamt geplanten drei neuen Master-Studiengänge sind eine ideale Ergänzung des Portfolios der Technischen Universität in diesem Bereich", sagte TU-Präsident Jörg Steinbach. Bislang nutzen neun Wissenschaftler das attraktive, allerdings auch kostenpflichtige Weiterbildungsangebot (siehe Infokasten). Lebenslanges Lernen sei in Deutschland noch immer die Ausnahme. "Doch das wird sich ändern", zeigte sich Steinbach am Freitag schon vor der Eröffnungsfeier zuversichtlich hinsichtlich der weiteren Entwicklung des TU-Campus.

Auch Frank-Walter Steinmeier, SPD-Faktionsvorsitzender, begrüßte als einer der Festredner den Start der Master-Studiengänge: "Hier, mitten in Berlin, kann man sehen, was möglich ist, wenn die heute verfügbaren Technologien und Prozesse intelligent genutzt und mit wissenschaftlicher Forschung und Entwicklung verbunden werden", sagte Steinmeier.

Stadt der Energie

Unter dem Titel "Stadt und Energie" bietet der TU-Campus ab dem Sommersemester 2013 mit zwei weiteren Master-Studiengängen - hinzu kommen "Energieeffiziente urbane Verkehrssysteme" und "Urbane Versorgungsstrukturen" - dann sogar drei zukunftsorientierte Weiterbildungsangebote. 5000 Euro müssen die Teilnehmer pro Semester bezahlen. "Die Finanzierung von bislang zehn Stipendien ist gesichert", sagte Steinbach.

Neben Sponsoren wie der Gasag sowie Bilfinger SE zählen zu den Unterstützern auch InnoZ, die KKI GmbH (Kompetenzzentrum Kritische Infrastrukturen) oder Schneider Electric SA- "Frankreichs Siemens", wie Euref-Mitarbeiter den Energiekonzern bezeichnen. Zum Jahreswechsel bezieht die Deutschlandzentrale von Schneider Electric den ersten Neubau auf dem Euref-Campus. Der Zehngeschosser ist ein Neubau mit Modellcharakter, der unter anderem über ein intelligentes Energiemanagement verfügt und wie alle Neubauten auf dem Euref-Campus das international gültige LEED-Zertifikat (Leadership in Energy and Environmental Design) trägt. Die Entwicklung des Geländes soll 2018 abgeschlossen sein.